Review: Bad Hotel – Der Hotelbau zu Babel

Hier wurde TowerDefense mal wortwörtlich umgesetzt…

Gameplay

Bei dem Independent-Spiel Bad Hotel von Lucky Frame geht es ziemlich unkonventionell zur Sache und das in jeder Hinsicht. Das Spielziel jedes Level ist die Errichtung eines Hotels, bis die geforderten Mieteinnahmen erreicht sind. Währenddessen müsst ihr euer Etablissement aber gegen Raufbolde und angriffslustige Vögel beschützen…

Mit jedem Level gibt es fiesere und zahlreichere Gegner, die euch an die Bausubstanz wollen. Allerdings bekommt ihr auch immer neue Räume, die zum Beispiel automatische Kanonen beherbergen oder die andere Räume wieder reparieren. Prinzipiell gibt es zwei Arten von Räumen, mit denen ihr euer Hotel erweitern könnt: Mit normalen Räumen lässt sich Geld verdienen, da sie automatisch vermietet werden – sie sind sozusagen die Ressource. Dann gibt es Funktionsräume, die zur Verteidigung benutzt werden können. Jeder Raum hat einen Preis, der erwirtschaftet werden muss.

So wächst und gedeiht euer Hotel, bis das Level mit den geforderten Mieteinnahme endet. Die Steuerung ist recht gewöhnungsbedürftig: Eigentlich klingt es gut – zieht mit dem Finger den gewünschten Raum an die Stelle am Hotel. Wenn es nur so einfach wäre! Leider folgt das Spiel eigenen physikalischen Regeln und gibt keine Vorgaben, wo die Räume zu platzieren sind. So entstehen schnell ziemlich verrückte Gebäude, die den Spieler aber auch steuerungstechnisch schnell zur Verzweiflung bringen.

Die App ist komplett in Englisch gehalten und alle Texte und Erklärungen kommen leider ohne Bilder aus, so dass man schon etwas besser Englisch verstehen sollte. Oder man probiert einfach die neuen Bauteile aus und kommt auch so ans Ziel.

Grafik / Präsentation

Die Spielgrafik ist eher funktionell und auf das Wesentliche reduziert. Das Artwork, die verschiedenen Themes und die Figuren in den Zwischensequenzen sind gelungen. Allgemein kann das Spiel aber eher durch Gameplay als durch Grafik überzeugen.

Sound

Ein wesentlicher Hauptbestandteil von Bad Hotel ist der Sound, denn das errichtete Hotel ist ein einziger Klangkörper. Jedes Zimmer das angebaut wird, gibt im Rhythmus einen Ton von sich. Jeder weitere Raum verlängert dieses Loop mit einem anderen Ton. Werden Räume von Angreifern zerstört, wird auch die Komposition neu arrangiert. Insgesamt klingt das Spiel so ziemlich wirr, verbreitet aber auch eine schöne Atmosphäre, die der Spieler auch immer ein Stück weit selbst mit errichtet… Schöne Idee!

Fazit

Bad Hotel ist ein wirklich ausgefallenes Spiel. Die Spielidee, ein Hotel zu errichten und es gegen Angreifer mit speziellen Räumen zu beschützen geht auf und fordert Strategie und bietet trotzdem jede Menge Action. Auch die enge Verbindung der Soundeffekte mit dem Gameplay ist gut gelungen, wenn es auch nicht immer harmonisch zugeht. Leide ist die Steuerung noch nicht ausgereift und hätte zumindest eine Alternative verdient. Unterm Strich ist Bad Hotel eine Empfehlung für experimentierfreudige Spieler, die gern Strategie- oder TowerDefense-Titel zocken…

+ schönes Artwork
+ gute Spielidee
+ Taktik & Action
+ Musik ins Gameplay eingebunden
+ preiswerte Universal-App
– englisch
– Steuerung schwierig
– kein iCloud Support
[app 548665066]

Über Tobi

Maximum Geekness. Alles fing mit dem Atari 2600 an, dann ein Atari 800XE mit Datasette, dann ein 486er mit 25Mhz und 80MB Festplatte. Und heute? Zocken! Am liebsten immer und überall. Und sonst? Alles mit Knöpfen, einem Display und bei dem man etwas einstellen kann ist interessant!