Review: Wild Blood – Sir Lancelot schlägt Monster tot

Je schlechter der Artikel-Reim, umso besser das Hack&Slay mit Unreal Engine?

Gameplay

Gameloft interpretiert die Artus-Sage in Wild Blood auf eigene Hack&Slay Weise und schreibt die Geschichte etwas um: König Artus bekommt Wind von der Affäre zwischen seiner Gattin Guinevere und Lanzelot, wovon er nicht gerade angetan ist. Um dem tapferen Recken eins auszuwischen ohne königsgemäß selbst einen Finger krumm zu machen, beauftragt er seine Schwester und Hofmagierin Morgana Le Fey mit diesem pikanten Auftrag. Ihr den kleinen Finger gereicht, nimmt sie den ganzen Arm und wittert die Chance selbst zur Herrscherin des Landes zu werden. Sie öffnet die Höllentore und stürzt so das Land ins Chaos…

Ihr seid als Ritter Lanzelot unterwegs, die Königin zu befreien, die böse Magierin zu besiegen und das Höllentor zu schließen. Dabei stehen euch ein Singleplayer-Modus mit 10 Abschnitten und ein Multiplayer-Modus zur Verfügung.

Der Singleplayer-Modus ist in 10 englische Regionen unterteilt, durch die sich ein durchschnittlicher Spieler in ~6-8 Stunden gekämpft hat. Euch erwarten 20 verschiedene Gegner und 10 Endbosse. Das Waffenarsenal umfasst Schwerter, Bögen und Äxte, die ihr im Laufe des Spiels vielfältig upgraden könnt. Hier wird man sich schnell auf eine Waffe festlegen, um diese hochzuleveln – das bietet auch die interessante Alternative das Spiel noch einmal mit einer anderen Waffe durchzuspielen…

Die Level haben eine angenehme Länge und sind in kleine Abschnitte unterteilt. Erst wenn man die jeweiligen Gegner besiegt und die kleinen Schalterrätsel gelöst hat, gelangt man in den nächsten Bereich. Ladezeiten gibt es nur zu Beginn des kompletten Levels. Schick fand ich die Möglichkeit viele Gegenstände der Umgebung, wie Fässer, Krüge oder Grabsteine zu zerstören, um Gold zu sammeln. Auch Schatzkisten sind versteckt, die man teilweise mit einem Schiebepuzzle als Minispiel öffnen muss.

Die Kämpfe sind gelungen und machen richtig Laune, da Lancelot Gegner automatisch aufs Korn nimmt und viele Kombos möglich sind. Hier hat Gameloft ein tolles Hack&Slay abgeliefert, was auch bei vielen Gegner noch Spaß macht und der Spieler nie die Kontrolle verliert.

Auch ein Multiplayer-Modus ist an Bord, bei dem sich bis zu 8 Spieler online (über Gameloft Live!) oder lokal über WLAN messen können. Hier habt ihr „Team-Deathmatch“ (4 gegen 4) und „Fahne erobern“ als Spielmodi zur Verfügung.

Die Steuerung ist hervorragend gelungen. Mit einem frei einsetzbaren virtuellen Pad steuern man Lancelot, während man mit den anderen Hand die Kamera dreht und die Buttons bedient. Das gelingt schon nach kurzer Zeit gut. Besonders schick fand ich die Idee, die Kamera mit einem Doppel-Tap um 180 Grad zu drehen – so hat schnell das Kampfgeschehen hinter sich im Blick, ohne erst umständlich die Kamera zu drehen.

Vor allem InAppKäufe sind für viele Spieler bei Gameloft-Spiele interessant. Ja, es gibt bei dem Paymium-Spiel wieder InAppKäufe, allerdings sei gleich vorrausgeschickt, dass man Wild Blood auch recht bequem ohne weitere Investitionen spielen kann. Wer natürlich besonders schnell ein tolles Schwert oder Rüstung haben will, muss noch etwas Geld im Spiel bezahlen.

Grafik / Präsentation

Gameloft schickt  mit Wild Blood seinen ersten Titel mit der Unreal Engine ins Rennen und nutzt die Möglichkeiten gut aus. Die Level sind detailliert gestaltet, man kann angenehm weit schauen und dabei sieht alles knackig scharf aus. Tolle Optik hat natürlich ihren Preis, auf älteren iGeräten läuft das Spiel gar nicht oder schlecht – wer aber mindestens ein iPhone 4 oder iPad 2 sein Eigen nennt, kommt in den vollen Genuss.

Das Spiel ist übrigens in deutsch, wobei die Geschichte mit Text und kleinen aufwendigen Cutscenes erzählt wird, nur der sehr gute englische Sprecher wird mit Untertiteln übersetzt.

Sound

Gameloft hat auch in diesem Bereich nicht gespart und spendiert dem Spiel einen richtigen kinoreifen Soundtrack. Die epische Hintergrundmusik passt super zur Grafik, der Erzähler spricht passend in einem tollen Englisch und die Soundeffekte sind vor allem mit Kopfhörer ein Ohrenschmaus. Den guten Klangeindruck runden die guten Soundoptionen ab.

Fazit

Gameloft ist mit Wild Blood ein spektakuläres Hack&Slay a la God of War im Fantasy-Stil gelungen. Die Steuerung geht gut von der Hand, die Grafik ist atemberaubend, der Singleplayer-Modus ist umfangreich und storytechnisch gut erzählt. Den richtigen Mehrwert bekommt das Spiel durch den Multiplayer-Modus und die verschiedenen Waffengattungen, die vor allem durch den Bogen als Fernwaffe glänzen. Das Spiel ist derzeit die Referenz für Hack&Slay im AppStore!

+ atemberaubende 3D Grafik / Effekte
+ schöne Story
+ Multiplayer-Modus (lokal/online)
+ komplett deutsch
+ gute Steuerung
+ kinoreifer Soundtrack
+ viele Anpassungen
+ Universal-App
– Charakter bis auf (teure) Rüstung nicht anpassbar
– kein iCloud-Support
– Buttons nicht frei positionierbar
– 1,5 GB auf dem Gerät
Wild Blood (AppStore Link) Wild Blood
Hersteller: Gameloft
Freigabe: 12+3.5
Preis: 7,99 € DOWNLOAD

Über Tobi

Tobi gründete die AppGemeinde 2010 und führte sie sieben Jahre lang fast im Alleingang mit Liebe zum Zocken fort - bevor er sie 2018 abgegeben hat. In dieser Zeit veröffentlichte er hier rund 2.500 Artikel.