Review: Joust Legend – Ritter Runkel reitet rastlos rauf und runter

Ruhig, Brauner! Das Pferd wird unruhig. Ich gebe ihm die Sporen und senke langsam die Lanze, während ich auf meinen Gegner losreite. Dann geht alles ganz schnell: Die gegnerische Lanze rauscht kurz über meinem Kopf hinweg, Holz splittert, der Gegner fällt aus dem Sattel. Gewonnen. Der harte Alltag eines (klischeehaften) Ritters. Das die beliebten Ritterturniere im Mittelalter anders abliefen, sei an dieser Stelle nur erwähnt – wer genau wissen will, wie es damals wirklich war, findet unter Ritterturniere-im-Mittelalter.de fundierte Auskunft.

Bei Joust Legend schlüpft ihr in die Rolle eines unbekannten Ritters, der sich seine Sporen erst noch verdienen muss. Ohne große Einführung stürzt man sich in Kämpfe, die stets gleich ablaufen und bequem mit einem Finger zu bedienen sind. Man reitet gegen jeden Ritter drei mal, danach werden die Trefferpunkte gezählt. Wenn euer Ritter gesattelt an der Turnierbahn steht, bekommt ihr Balken eingeblendet, mit denen ihr den restlichen Spielverlauf steuert. Zuerst legt man mit etwas Geschick den Start fest – ein Fingerdruck auf den Balken, dann lässt man los, wenn der Balken im grünen Bereich ist. Mit einem guten Start hat man eine höher Geschwindigkeit und somit die Chance auf bessere Treffer.

joustlegend2Einmal losgeritten, senkt man die Lanze und bringt sie mit gefühlvollem Tippen auf die richtige Höhe. Trifft man das Schild des Gegners, verdoppelt sich die Punktzahl, ein Helmtreffer bringt 3fache Punkte, ein Treffer der Helmfeder sogar 5fache Punkte. Nach jedem Sieg erhält man Geld, das man in neue Ausrüstung, wie Helme, Beinlinge, Armschützer oder eine neue Lanze investieren sollte. Aber auch das Pferd kann man sich mit Sattel und Behängen verzieren.

Ein strategisches Element sind die PowerUps, die man bei einem Turniersieg bekommt – ein PowerUp darf vor jedem Ritt einsetzen. So kann man zum Beispiel seine Gesundheit stärken oder einen Multiplikator bekommen, wenn man eine bestimmte Trefferzone anvisiert. Obwohl die Kämpfe recht gleichförmig sind und sich nur in Austragungsort und Tageszeitt unterscheiden, hat mich das Spiel lange Zeit gefesselt. Die Kombination aus PowerUps, den schnellen Kämpfen und einer guten Dosis Geschicklichkeit passt und man möchte schon gern eine bessere Ausrüstung haben, um den Gegner endlich mal aus dem Sattel zu heben.

Optisch schindet das Spiel ganz schön Eindruck: Die 3D Umgebungen sind detailliert und liebevoll gestaltet, es gibt Rennen bei Tag und Nacht, die Wiederholungen wurden gut in Szene gesetzt, es gibt Effekte, die Animationen sind recht natürlich (wenn auch wenig) und alles läuft dabei noch flüssig. Bei der Soundkulisse setzt der Entwickler eher auf zurückhaltende Musik und viel Atmosphäre, als auf epische Pseudo-Mittelalter-Hollywood Musik – was dem sehr Spiel zu Gute kommt.

Das Ritterturnier für die Hosentasche! Joust Legend schafft es zu begeistern und das trotz recht gleichförmigen Gameplay – es motiviert zu immer neuen Kämpfen. Dazu trägt auch die schicke Grafik und die passende Atmosphäre bei. Die Kämpfe sind einfach und dauern nicht lang – die ideale Voraussetzung für ein Spiel der „Nur noch ein Versuch“-Sparte. Ganz nebenbei entwickelt man den Ritter weiter, kauft neues Ausrüstung und verfolgt die kleine Story. Sieht gut aus und macht Spaß – die Frage ist nur, wie lange.

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+ anpassbarer Ritter / Pferd
+ schicke Grafik
+ verschiedene Turnierplätze
+ einfache OneTouch-Steuerung
+ Wetten auf die Kämpfe
+ PowerUps
+ keine InAppKäufe
+ iCloud-Support
+ GameCenter Anbindung
+ preiswerte Universal-App
– englisch
– gleichförmiges Gameplay

Über Tobi

Tobi gründete die AppGemeinde 2010 und führte sie sieben Jahre lang fast im Alleingang mit Liebe zum Zocken fort - bevor er sie 2018 abgegeben hat. In dieser Zeit veröffentlichte er hier rund 2.500 Artikel.