Review: Warhammer 40k: Storm of Vengeance

Schon beim ersten Screenshot von Warhammer 40.000: Storm of Vengeance habe ich an Popcaps Pflanzen vs. Zombies gedacht und soweit ist es auch nicht von dem TowerDefense-Hit entfernt. Schon optisch erinnert es mit den fünf Kampfbahnen daran, auf denen sich grüne Orks und Kampfroboter aus dem Weltenraum gegenüberstehen. Doch es gibt Unterschiede…

In Echtzeit kann man ans Ende jeder Bahn ein bestimmtes Gebäude bauen, dass zum Beispiel Spielwährung generiert oder bewegliche Einheiten wie Space Marines produziert – die dann als Karten über dem jeweiligen Bauwerk erscheinen und auf einem Stapel gesammelt werden können. Größter Unterschied zu Kollegen: Man darf produzierte Einheiten danach in beliebigen Spuren einsetzen, außerdem ballern sie teilweise auch auf benachbarte Gegner – das eröffnet viele taktische Möglichkeiten.

Ziel jedes Levels ist das Einnehmen von drei der fünf Spuren. Dazu muss man mit seinen Einheiten ans Ende einer Spur gelangen und das gegnerische Gebäude zerstören – dann gilt die Spur als erobert. Nebenbei erhält man bei Erfolgen Erfahrungspunkte, mit denen man die Einheiten verbessert und mit neuen Waffen und Fähigkeiten ausstattet.

Jetzt wird es komplex: In den produzierenden Gebäuden kann man einstellen, was für Einheiten dort gebaut werden und wie sie bestückt sein sollen. Selbst auf dem Schlachtfeld noch kann man Einheiten spezielle Waffen und Taktiken zuweisen – mit casualmäßigem Setzen von immer gleichen Einheiten wie bei Pflanzen vs. Zombies kommt man hier nicht weit. Schickt man zum Beispiel Dark Angel Roboter auf den Weg, kann man ihn Granaten an eine beliebige Stelle werfen lassen – und damit vielleicht noch das Spiel herumreißen, aber man hat alle Hände voll zu tun und es wird in späteren Levels ziemlich hektisch.

Neben dem rund 50 Missionen umfassenden Singleplayer-Modus ist noch ein Multiplayer-Modus integriert, der sogar das gemeinsame Spielen mit der PC-Version erlaubt. Allerdings muss man sich hierzu mit einer E-Mail Adresse registrieren.

InAppKäufe gibt es prinzipiell keine, lediglich zusätzliche Inhalte wie zwei stärkere Einheiten können zusätzlich erworben werden – zum Spielen selbst werden keine weiteren InAppKäufe benötigt und man wird auch nicht damit genervt. Grafisch ist das Spiel eher nüchterne Einheitskost, die ohne große Effekte daherkommt. Es gibt zwar kleine Animationen, die aber zu unspektalulär sind. Auch die Geschichte wird eher belanglos nebenbei erzählt und kann getrost weggeklickt werden. Sie Spielfelder sind bis auf ein paar optischen Themes immer gleich, hier wäre mehr Abwechslung möglich gewesen. Dafür versucht der kinoreife Orchester-Soundtrack diese Scharte wieder auszuwetzen.

Zu loben ist die Idee einer deutschen Lokalisierung, die das Spiel aber (derzeit) durch die fehlerhafte Darstellung von deutschen Umlauten und zu langen Texten ziemlich verstümmelt. Hier kann man nur hoffen, dass der Entwickler schnell nachbessert. Das Gameplay selbst basiert, vom Tutorial abgesehen, aber eh nicht auf Text.

Das Strategiespiel Warhammer 40k: Storm of Vengeance gibt seinen Reiz erst nach einer Weile frei, lange nach dem langatmigen ausführlichen Tutorial. Das Gameplay ist recht komplex und erlaubt deutlich mehr taktischen Möglichkeiten als bei ähnlichen Spielen – trotzdem kommt auf Dauer geschäftige Langeweile auf. Auch die Präsentation ist zu nüchtern und schafft es nicht den Funken so richtig überspringen zu lassen. Eine Empfehlung kann man hier nur echten Warhammer 40k Fans und Spielern aussprechen, denen Pflanzen vs. Zombies gefallen hat, aber zu anspruchslos war.

+ vielschichtiges Gameplay
+ ausführliches Tutorial
+ leichte Steuerung
+ viele Einheiten
+ zwei Spielgeschwindigkeiten
+ zwei Schwierigkeitsgrade
+ InAppKäufe optional
+ kinoreifer Soundtrack
+ Multiplayer (X-Plattform mit PC)
+ deutsch
+ GameCenter-Anbindung
+ Universal-App
– optisch unspektakulär
– deutsche Übersetzung sehr fehlerhaft
– keine iCloud Savegames

Über Tobi

Tobi gründete die AppGemeinde 2010 und führte sie sieben Jahre lang fast im Alleingang mit Liebe zum Zocken fort - bevor er sie 2018 abgegeben hat. In dieser Zeit veröffentlichte er hier rund 2.500 Artikel.