Review: Thomas Was Alone – Wenn Pixel erwachsen werden…


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Wie viel Grafik braucht ihr, damit euch ein Spiel begeistert? Damit euch ein Spiel hineinzieht? Schon im Figurentheater hauchen Schauspieler einem einfachen Holzklotz Leben ein. Wenn sie gut sind. So auch bei Thomas Was Alone, einem minimalistischen Jump&Run von Mike Bithell, der zusammen mit Bossa Studios nun die iOS Version herausbringt. Also, lasst euch nicht von den Screenshots abschrecken und lest weiter…

Das Spiel dreht sich um Thomas, ein jungendliches rotes Rechteck. Wie im Leben sind auch im Spiel Freunde wichtig. Im Laufe des Spiels kommt der etwas lange John dazu, der vor allem lang ist, seine Freunde so auf hohe Plattformen bringt und selbst sehr gut springt. Die pixelige Rasselbande wird noch durch Claire verstärkt. Sie ist etwas dick stämmig geraten, kann aber schwimmen. Nicht zu vergessen Laura, die eher flach ist, aber ein prima Sprungbrett abgibt. Sehr gern bespringen will sie vor allem der mittelmäßige Chris, der in sie verliebt ist. So hat jeder in der Gruppe seine Stärken und Schwächen. Und wie so oft gelangt man nur durch gute Zusammenarbeit zum Ausgang der Spielwelt.

Diesen in den 100 kurzen Spielwelten zu erreichen ist mit kleinen Kombinationen und Rätseln verbunden. Dabei muss man ständig zwischen den Charakteren hin- und her schalten, was dank kleiner Tasten am Bildschirmrand sehr einfach geht. Sie bauen sich gegenseitig Treppen, lösen Schalter aus oder helfen ihren Freunden über Abgründe. Wenn man TWA für etwas kritisieren kann, dann für die zu leichten Rätsel. Meist ist die Lösung für ein Level schnell klar, die Umsetzung zieht sich aber (künstlich?) in die Länge. An anderen Stellen überrascht das Spiel aber auch mit schönen Ideen. In späteren Spielstufen gibt es sogar tödliche Fallen, dann aber auch Savepoints. Es bleint also fair und hat einen sehr moderaten Schwierigkeitsgrad, wirklich hängen bleibt man nie.

Die Touch-Steuerung geht gut von der Hand und bietet zwei alternative Layouts für die virtuellen Buttons. Alternativ kann man mit einem iOS Controller steuern, was sich ebenfalls gut spielt – vor allem der Charakter-Wechsel geht hier ganz bequem mit den Schultertasten. Das Problem dabei: Mit einem Controller in der Hand fährt das Spiel nach einer Weile (ohne Berührung des Bildschirms) in den Standby. Hier muss der Entwickler nochmal ran.

Nüchtern betrachtet sieht man bei TWA ein paar bunte Klötzer in einer 2D Umgebung über den Bildschirm hopsen. Erst die grandiose Stimme und Vortragsweise von Comedian Andy Wallace erweckt die Pixelkumpels zum Leben. Erst seine Erzählung und die kleine Geschichte macht das Spiel besonders und wertvoll. Während des Spiels erfährt man von der Gedankenwelt und den Sorgen der jugendlichen Pixel-Kollegen. Die kurzen Story-Schnipsel werden dazu mit einem Textfeld neben der Figur eingeblendet. Auch wenn es komplett Englisch ist, versteht man es so sehr gut.

Genauer hingesehen, bemerkt man später aber auch schöne Licht- und Wassereffekte, ebenso die Perspektive ist häufig ungewöhnlich. Die Spielwelt wird durch Bewegung lebendig, die Levels sind trotz ihrer fehlenden Details sehr atmosphärisch. Eine Kunst, dass mit solch wenig Mitteln zu erreichen. Dazu trägt als schönes Extra der permanente Soundtrack bei: Immer fröhlich, doch mit einem Schuss pubertärerem Weltzweifels. Wer mag, kann sich den großartigen Soundtrack von David Housden auch einzeln bei iTunes ladenEbenfalls sehr nett ist der völlige Verzicht auf InAppKäufe.

Auch bei der iPad-Version bleibe ich dabei: Thomas Was Alone ist ein gutes Spiel. Ein wichtiges Spiel, dass seinen bleibenden Eindruck nicht durch die einzelnen Komponenten begründet, sondern dass als Gesamtkonzept gesehen werden muss. Selten wurde mit so wenig Mitteln, ein so intensives Spielerlebnis erzeugt. Die Steuerung ist präzise, die Rätsel bleiben aber leider zu einfach. Diesen Makel macht der gute (englische) Sprecher mit einer brillant vorgetragenen Geschichte um die Pixelfreunde mehr als gut. So bleibt mir nur, euch die als Jump&Run Spiel verkleidete warmherzige Geschichte zu empfehlen!

Thomas Was Alone
Thomas Was Alone
Entwickler: Bossa Studios Ltd
Preis: 5,49 €
+ verschiedene Charaktere
+ schöne Geschichte
+ präzise Steuerung
+ kleine Grafikeffekte
+ toller Sprecher
+ keine InAppKäufe
+ toller Soundtrack
+ GameCenter-Anbindung
– sehr einfache Rätsel
– englisch
– keine iCloud Savegames

Über Tobi

Maximum Geekness. Alles fing mit dem Atari 2600 an, dann ein Atari 800XE mit Datasette, dann ein 486er mit 25Mhz und 80MB Festplatte. Und heute? Zocken! Am liebsten immer und überall. Und sonst? Alles mit Knöpfen, einem Display und bei dem man etwas einstellen kann ist interessant!