Review: Angels In The Sky – Unreal 4 Engine. Und nun?

Wenn das größte Verkaufsargument eines Spiels seine Grafik-Engine ist, dann schrillen bei mir schon die Alarmglocken. Seit 2012 wird die Unreal 4 Engine von Epic lizenziert, auf dem PC kommen die ersten Spiele mit der Engine erst. Fortnite und Dead Island 2 sind sicherlich die bekanntesten Spiele, die derzeit noch in der Mache sind. Nun schickt sich ausgerechnet ein iOS-Spiel an, die Unreal 4 Engine auf die iGeräte zu bringen. Das Flugzeugspektakel Angels In The Sky kommt nicht von einem namenhaften Entwickler, sondern von einer ominösen koreanischen Firma namens Aim To G., die bisher noch nicht in Erscheinung getreten ist.

Die Story des Spiels ist in einem Satz zusammengefasst: Aliens wollen die Welt erobern und unsere Spielfigur, der tapfere Pilot am Geschütz im Kampfflieger, muss nun diese fiesen Eindringlinge abschießen. Das verdient definitiv ein Abzeichen für ein kreatives Setting. Also auf ins Kampfflugzeug und den bösen Aliens auf die Pelle gerückt.

AngelsInTheSky2
Die ganze „Grafikpracht“ auf dem iPad4

Denkste! Denn Angels In The Sky entpuppt sich als reinrassiger Rail-Shooter. Das heißt: Wir schleichen uns in der Egoperspektive automatisch durch Canyons und müssen die hinter uns auftauchenden Aliens abschießen. Das Raumschiff fliegt allein. Gut, nun ist ein Rail-Shooter nicht unbedingt schlecht, wenn er kreativ und hübsch gemacht ist. Aber…

Das Spiel hier ist eine Beleidigung an die Intelligenz des Spielers, denn man kann nicht mal selbst zielen. Das Spiel nimmt die Gegner automatisch in den Fokus. Unsere Aufgabe besteht einzig und allein darin den Feuerknopf zu drücken. Das dies allein doch zu wenig Abwechslung bietet, dachten sich wohl auch die Entwickler und haben ganze zwei Feuerknöpfe eingebaut. Wow! Mit dem linken Knopf feuert man die Primärwaffe ab und mit dem rechten Knopf die aufladbare Sekundärwaffe. Bei der Primärwaffe gibt es eine Energieanzeige – mit jedem Schuss wird etwas Energie verbraucht. Ist diese aufgebraucht, muss man warten bis diese wieder aufgeladen ist. Oder man schießt währenddessen einfach mit der Sekundärwaffe weiter.

Das war es auch wirklich schon an Gameplay. Es besteht einfach nur ganz stumpf daraus Feuerknöpfe zu drücken. Man kann nicht zielen, Ausweichmanöver einleiten oder andere lustige Dinge, die man sonst so in Rail-Shooter macht. Es gibt noch einen Schutzschild – denn natürlich schießen die Gegner auch zurück. Diesen kann man genauso wie die Waffen gegen Spielgeld upgraden. Das bekommt man fürs Durchspielen der 10 Level oder durch InAppKäufe. Das Spiel kostet schon gesalzene 5,99€ und verlangt dann auch noch InAppKäufe! Denn das Spielgeld reicht bei weitem nicht aus die Komponenten upzugraden. Es sei denn man spielt diese Missionen mehrmals – aber dafür muss man schon eine masochistische Ader haben…

Nun wurde das Spiel für das iPhone 5S optimiert. Natürlich funktioniert die App auch bei anderen iGeräten wie auf dem iPad. Hier sieht die Grafik aber eher mittelmäßig aus. Allgemein läuft es sehr langsam, selbst auf einem iPhone 5S – wie in Zeitlupe. Wer sich mal die kostenlose Techdemo Epic Citadel angeschaut hat, weiß wie gut man gute Grafik auf die letzte Gerätegeneration bekommen kann. Und das soll hier nicht möglich sein? Die Unreal 4 Engine wird hier in keiner Weise ausgereizt.

Auch die Musik ist nicht wirklich der Rede wert. Diese dudelt im Hintergrund eher vor sich hin, man hört sie eigentlich kaum. Viel mehr hört man die Soundeffekte – die aber billig wirken, dass man denkt man hätte es mit einem Shooter aus den frühen 90ern zu tun. Schaut Euch einfach mal das verlinkte Gameplayvideo an und Ihr bekommt einen Eindruck davon.

Das kann und darf eigentlich nicht der Ernst sein, für so einen Mist wollen die ernsthaft 6 Euro? Es ist nicht nur dreist, dass es auch noch InAppKäufe gibt, sondern auch, dass Angels In The Sky einfach nur primitiv ist. Es ist auch nicht so schlecht, dass es schon wieder Charme hätte. Nein, das Spiel ist einfach nur grottig! Die ganze Zeit stumpf auf Feuerknöpfe im richtigen Moment drücken, während man durch irgendwelche Canyons schleicht, dass macht einfach keinen Spaß. Wenn es denn wenigstens eine wilde Inszenierung mit viel Geschwindigkeit, spannenden Kämpfen, tollen Soundeffekten und geiler Musik wäre, so könnte dieses Machwerk zumindest als gute Techdemo durchgehen. Aber auch das ist alles nicht vorhanden. Hier wollte jemand Profit daraus schlagen, dass man als erster die Unreal 4 Engine aufs iPhone bringt. Kauft euch lieber Futuridium EP, Beyond Space oder Beat Hazard Ultra

+ Unreal 4 Engine..
+ GameCenter-Anbindung
+ Universal-App
– …die aber weder grafisch, noch spielerisch ausgereizt wird
– ödes Gameplay
– billige Soundeffekte
– Musik aus dem Fahrstuhl
– keine Inszenierung
– InAppKäufe trotz hohem Kaufpreis
– englisch
– Anpassung für ältere iGeräte schlecht

Über Axel

Reviews und Artikel von einem Vollblutgamer für Vollblutgamer. Manchmal hemmungslos subjektiv, immer mit einem leichten Augenzwinkern und vor allem ehrlich. Das erwartet Euch in meinen Artikeln hier in der AppGemeinde. Seit 1991 bin ich leidenschaftlicher Gamer, Nintendo- und Retro-Nerd sowie großer Fan von Rollenspielen, Adventures, Puzzlespielen und alles was irgendwie kreativ mit dem digitalen Medium umgeht. Game Center ID: "Axel | Appgemeinde.de" (ohne die ")