Appointment with FEAR Review

Review: Appointment with F.E.A.R. – Bist du ein Superheld?


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Seit dem ich den Spielbüchern von Inkle mit 80 Days und Sorcery! verfallen bin, komme ich natürlich nicht um den wohl größten Entwickler von Spielen dieser Art im AppStore herum: Tin Man Games haben gerade den Superhelden-Baukasten Appointment with F.E.A.R. nach Steve Jackson aus der „Fighting Fantasy“ Serie herausgebracht und auch Stromstock-Kollege Joachim war begeistert. Na gut, dann wollen wir mal ins Superhelden Kostüm schlüpfen…

Das englische Spielbuch lässt euch in die Rolle eines Superhelden in den 80er Jahren schlüpfen, der für Recht und Ordnung in Titan City sorgt. Im echten Leben arbeitet man unerkannt für eine Zeitung und trägt das Kostüm für den Ernstfall unter der Alltagskleidung. Ihr merkt schon, hier gibt es viele Parallelen zu bekannten Superhelden wie Spiderman, Batman oder Superman. Und Tin Man Games haben sich dort mit Absicht bedient, dass es nur so eine Freude ist.

Schreib dein eigenes Superhelden-Comic

Auf den ersten Seiten den interaktiven Comics baut man sich seinen Helden zusammen, wählt aus, über welche Superkräfte er verfügt, sucht einen der zufällig generierten Namen aus und stellt sich das Kostüm zusammen. Dann bricht ein neuer Tag für Flexible Brainpuncher – mein neuer Name in diesem Fall – an. Ein galanter Kerl von Weltniveau mit Traumkörper, gestylter Frisur und Psy-Superkräften.

appointmentwithfear_review1Kaum sitze ich beim Frühstück, empfange ich eine Nachricht mit meiner Crime-Watch: Die Geheimorganisation F.E.A.R. – Hort für alle Bösewichte – trifft sich in drei Tagen hier in Titan City, um Kontrolle über die Metropole zu erlangen… Meine Mission ist damit klar: Herausfinden wo sich die Schurken treffen und sie alle lahm legen – inklusive den Oberbösewicht Vladimir Utoshski!

Während der drei Tage sammelt man verschiedene Hinweise, mit denen man hoffentlich den genauen Treffpunkt rechtzeitig in Erfahrung bringen kann. Dazu verdient man durch Aktionen noch Glücks- und Superheldenpunkte, die hilfreich sind. Doch zurück zu meiner zufällig generierten Story…

Ba-Ba-Ba-Banküberfall?

Ich mache mich auf den Weg zur Arbeit – dass ich zu spät komme und einen Anschiss vom Chef kassiere, brauche ich ja nicht zu erwähnen. Es piept. Ein Blick auf meine Crime-Watch – ein Banküberfall ganz in der Nähe! Schnell umgezogen und hin.

Doch statt mir bei der Aufklärung zu helfen, ist der Officer genervt und schickt mich an den Strand, um Kinder vor angreifenden Haien zu retten. Seufz, so ein Superheld hat es eben nicht leicht. Also auf in den Kampf gegen den riesigen Hai. Bei den Kämpfen kann man zwischen drei Angriffen auswählen, die dem Gegner zwei, vier oder sechs Punkte an Lebensenergie abziehen.

Nach ein paar Tagen mit Kämpfen gegen die unterschiedlichsten Schurken, etwas Arbeit für die Zeitung und Abhängen auf der heimischen Couch konnte ich wichtige Hinweise zum Treffen sammeln.

appointmentwithfear_review2Am dritten Tag traue ich meinen Augen nicht: Ist das dort drüben nicht Kettensägen-Bronsky? Sollte er nicht im Gefängnis sitzen? Ich gebe mich zu Erkennen und erpresse ein paar neue Hinweise zu F.E.A.R., die ihm offensichtlich zur Freiheit verholfen haben. Kaum das er geplaudert hat, lasse ich ihn trotzdem wieder zurück in den Bau wandern – entgegen meinem Versprechen. Einem Verbecher trauen? Hmmm…

Dank ihm bekam ich den benötigten Hinweis auf das ominöse Treffen und konnte es in letzter Minute verhindern. Dazu muss ich aber sagen, dass das hier bereits mein dritter Versuch ist. Trotzdem verlief jede Story und jeder Anlauf anders.

Optisch spielt wie in einem interaktiven Comic. Zwar blättert man nicht um (das wäre noch das i-Tüpfelchen), aber die Geschichte baut sich von oben nach unten mit den typischen Sprechblasen, Bildern und Wooooooosshhhhs auf – wer mag, kann das Spiel sogar mit seinem iOS Controller steuern. Animationen gibt es keine, dafür schmissige Einschübe von Bildern. Der Sound hält sich die meiste Zeit gediegen im Hintergrund und kommt an passender Stelle mit typischen Comic-Geräuschen und Umgebungsklängen aus der Versenkung. Gerade genug, um Atmosphäre zu schaffen. Nur bei den Kämpfen gibt es treibende Musik und etwas mehr Action.

Mich nervten die „Teile deinen Erfolg über Facebook“ Buttons, die sehr nah am „Jetzt gehts weiter“ Button nach jedem Kampf platziert wurden. Ich will beim Spielen nicht bevormundet werden – wenn ich so was in die Öffentlichkeit hinausposaunen und meine Freunde damit nerven will, dann reicht auch ein kleiner Button, in immer der gleichen Ecke. Nicht jeder will jeden Spielstand bei Facebook breittreten und dann wirkt ein fest integrierter Button nervig – vor allem, wenn das Spiel sonst keine InAppKäufe hat.

Während man sich bei Appointment with F.E.A.R. durch die Auswahl verschiedener Möglichkeiten seine eigene Superhelden-Geschichte zusammenklickt, schafft es das Spiel auch über längere Zeit spannend zu bleiben und durch immer neue Ereignisse auch zum wiederholten Zocken zu motivieren. Für Spielspaß sollte man aber schon besser Englisch verstehen und schon mal ein Comic gelesen haben, dann wird man mit schönen Story-Schnipseln und vielen Comic-Anleihen belohnt… Auch Grafik und Soundkulisse passen zum Setting, die Geschichten sind schön verrückt und typisch übertrieben. Eben ein Superhelden-Comic, nur das man es hier selbst schreiben kann. Das Treffen von F.E.A.R. zu finden und zu verhindern ist dabei gar nicht so leicht und so spielt man gern ein paar mal, bis man den Dreh raus hat. Ein gutes Spiel für Comicfans und Adventure-Freunde.

Appointment With FEAR
Appointment With FEAR
Entwickler: Tin Man Games
Preis: 3,49 €
+ schicke Comic-Grafik
+ zufällig generierte Ereignisse
+ Superheld selbst erstellen
+ viele Comic-Anleihen / Zitate
+ Sammelkarten
+ guter Soundtrack / Geräusche
+ leichte Bedienung
+ Mfi iOS Controller Support
+ keine InAppKäufe
+ GameCenter-Anbindung
+ Universal-App
– englisch
– Facebook Button zu prominent platziert
– manche Gesichter sind hässlich
– keine iCloud Savegames

Über Tobi

Maximum Geekness. Alles fing mit dem Atari 2600 an, dann ein Atari 800XE mit Datasette, dann ein 486er mit 25Mhz und 80MB Festplatte. Und heute? Zocken! Am liebsten immer und überall. Und sonst? Alles mit Knöpfen, einem Display und bei dem man etwas einstellen kann ist interessant!