Review: Framed – Das beste Puzzlespiel des Jahres?


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Es ist Mitternacht. Das fahle Mondlicht trifft die Gassen einer Großstadt. Inmitten dieser Stille bricht eine Verfolgungsjagd aus. Mehrere Polizisten verfolgen einen vermeintlichen Verbrecher mit einem geheimnisvollen Koffer. Das Ziel ist es zu entkommen und vielleicht löst sich im Laufe der Handlung das Geheimnis um den Koffer. Willkommen bei Framed,…

Framed

Gesamtwertung

Leser-Wertung: Sei der Erste!
100

Es ist Mitternacht. Das fahle Mondlicht trifft die Gassen einer Großstadt. Inmitten dieser Stille bricht eine Verfolgungsjagd aus. Mehrere Polizisten verfolgen einen vermeintlichen Verbrecher mit einem geheimnisvollen Koffer. Das Ziel ist es zu entkommen und vielleicht löst sich im Laufe der Handlung das Geheimnis um den Koffer.

Willkommen bei Framed, eines der meist erwartetsten iOS-Spiele des Jahres 2014. Entwickelt wurde das Spiel von der australischen Indie-Schmiede Loveshack Entertainment und konnte in den letzten Monaten etliche Preise und Nominierungen einheimsen (u.a. Tokyo Game Show, AGDA, Freeplay Festival, usw.). Heute wurde das Spiel endlich im App Store veröffentlicht.

Die Story des Spiels ist oben schon angerissen und mehr gibt es dazu auch nicht zu sagen. Es dreht sich um einen Koffer, der zu einer wichtigen Person gebracht werden muss. Zugleich geschieht ein Mord und es gilt eine Verleumdung richtigzustellen. Im Laufe des Spiels wird der Koffer dabei an verschiedene Personen weitergereicht. Und was beinhaltet nun der Koffer? Das ist die Frage, die erst am Ende beantwortet wird. Doch bevor es soweit ist, heißt es viele Level mit herausfordernden Puzzle-Einlagen zu lösen.

Das Spielprinzip kann man dabei vielleicht mit einer durcheinandergebrachten Bildergeschichte vergleichen. Man muss die Bilder in die richtige Reihenfolge bringen, sodass die Figur zum Ende der Comicseite gelangt, ohne von einem Polizisten gestellt zu werden. Dabei sollte man auf Kleinigkeiten bei den Bildern achten: Auf einer Comicseite geht es beispielsweise darum, den Weg durch einen Containerpark zu finden und immer hinter den Polizisten aufzutauchen. Dabei spielen die Farben an den Wänden eine große Rolle. Wenn die Figur beispielsweise nach hinten läuft und die Farbe an der Wand ist blau, dann kommt sie beim nächsten Bild von der blauen Wand. Hier muss man ein Bild finden, wo der Polizist nicht in die Blickrichtung der blauen Wand schaut, aus dem die Figur dann kommt. Klingt kompliziert, ist aber ganz einfach, wenn man es spielt.

Andere Level wiederum spielen mit Treppen- und Licht- und Leiterrätseln. Dabei wird das Spielkonzept immer weiter ausgebaut. Ordnet man am Anfang nur Bilder an die richtige Stelle an, kann man später Bilder auch drehen oder sie lassen sich tauschen, während die Animation läuft. Spätestens hier heißt es nicht nur schnell zu denken, sondern auch zu reagieren.

Die neuen Spielelemente werden dabei auf Comicseiten vorgestellt, welche die Story des Spiels vorantreiben. Da gibt es dann nur zwei Bilder, mit denen man agieren kann.  Somit ist auch immer klar, was in den nächsten Spielstufen gefordert wird.

Die Rätsel bleiben dabei immer logisch, dennoch verlangen einige auch, dass man geduldig experimentiert, um auf die Lösung zu kommen. Trainiert werden hier vor allem vorausschauendes und häufig auch räumliches Denken. Dabei kann man das jeweilige Rätsel so oft wiederholen wie man möchte.

Das Spiel glänzt nicht nur durch seine liebevoll ausgedachten Rätsel, sondern auch von der sehr atmosphärischen Comic Noir Amtosphäre. Die Figuren erinnern in ihrer Animation manchmal an Scherenschnitt-Filme des letzten Jahrhunderts. Die Farben der verschiedenen Umgebungen sind sehr klar strukturiert. Das ist auch wichtig, denn von zu vielen Details würde man beim Spielen nur unnötig abgelenkt werden.

Musikalisch gibt es sehr ruhige Jazz-Musik, welche die Atmosphäre des Spiels sehr gut unterstreicht. Eine Sprachbarriere gibt es nicht, denn es gibt weder Texte noch Sprachausgabe, alles erklärt sich allein durch die Bilder. Und genau das hat mich am meisten beeindruckt. Es ist nämlich sehr schwer, ein komplexes Spiel komplett ohne Texte zu designen. Ein Spiel was sich von selbst erklärt und dennoch herausfordernd ist, das hat schon Seltenheitswert.

Ob Framed das beste Puzzlespiel des Jahres ist? Vielleicht. Meiner Ansicht nach ist es auf jeden Fall das kreativste und am besten designte Spiel. Nicht nur optisch, sondern auch auf die wirklich vielfältigen Aufgaben bezogen. Die Entwickler haben viel Wert auf einen klaren Fokus gelegt und es zieht sich ein roter Faden durch das ständig erweiterte Spielkonzept und die künstlerische Umsetzung. Unterlegt mit einem tollen Soundtrack und einem herausfordernden, süchtig machenden und selbsterklärenden Spielprinzip ist Framed ein künstlerisch hochwertiges Puzzlespiel, das auf keinem iGerät fehlen sollte!

FRAMED
FRAMED
Entwickler: Loveshack
Preis: 4,49 €
+ selbsterklärendes Spielprinzip
+ variantenreiche Aufgaben
+ künstlerisch Artwork
+ leichte Steuerung
+ kein Text
+ Mischung aus Puzzle/Reaktion
+ interessante Story
+ atmosphärischer Jazz-Soundtrack
+ keine Internetverbindung notwendig
+ keine In-App-Käufe
+ GameCenter-Anbindung
+ Universal-App
– keine iCloud-Anbindung

 

Über Axel

Reviews und Artikel von einem Vollblutgamer für Vollblutgamer. Manchmal hemmungslos subjektiv, immer mit einem leichten Augenzwinkern und vor allem ehrlich. Das erwartet Euch in meinen Artikeln hier in der AppGemeinde. Seit 1991 bin ich leidenschaftlicher Gamer, Nintendo- und Retro-Nerd sowie großer Fan von Rollenspielen, Adventures, Puzzlespielen und alles was irgendwie kreativ mit dem digitalen Medium umgeht. Game Center ID: "Axel | Appgemeinde.de" (ohne die ")
  • Nach dem Durchspielen bin ich doch enttäuscht! Nur eine Stunde (wirklich tolles) Gameplay ist zu verschmerzen, aber die Story ergibt keinen Sinn. Und am Ende werden auch noch Level recycled. So bleibt man verwirrt zurück, sehr unzufrieden. Dazu muss man kritisieren, dass es kein Hauptmenü oder etwaige Optionen gibt. Auch eine Vorspulfunktion für feste Frames fehlt und zieht manches Herumprobieren nervig in die Länge.

    Für mich höchstens 4/5 Sterne und klarer Verlierer im direkten Vergleich gegen Monument Valley. Kann man aber eh nicht wirklich vergleichen… ^_^

  • Tobi

    Oh ich bin gespannt, ob es den Vergleich mit Monument Valley + Erweiterung Stand halten kann – das ist nämlich mein Favorit in dieser Kategorie und wird wohl in Punkto Design, Kreativität und Puzzles nur schwer zu schlagen sein!

    • Axel

      Vom Design ist das Spiel gut, ohne Frage – auch wenn es das Spielprinzip selbst schonmal in ähnlicher Form gab (echochrome für PSP & PS3 – wird dir sicherlich gefallen) und auf die Arbeiten von M.C. Escher basieren. Aber vom Puzzleteil her war ich doch leider unterfordert. Auch in der Erweiterung musste ich nur in den letzten Stufen mal länger überlegen. Richtiges knobeln und experimentieren kam da aber leider nie auf.

      Da ist bei Framed der Knobelanteil zumindest bei mir um einiges höher und daher auch spannender. Zudem fällt mir ad hoc kein Spiel ein, das dieses Spielprinzip schonmal aufgegriffen hat – auch nicht in ähnlicher Weise, gibt also nen Wertungsschub im Bereich Kreativität. ^^