Review: Heroes & Castles 2 – Jungs, rennt schon mal vor!

Lange wurde es angekündigt, jetzt ist es endlich da: Die vier Jungs von Foursaken Media bringen Heroes & Castles 2 in den AppStore, mit dem sie ihre Mischung aus TowerDefense, Third-Person-Action und Strategie neu aufkochen und frisch würzen. Grundlegend hat sich nicht viel verändert: Als Burgherr sieht man sich wieder Angriffen von Skeletten und allerlei Unholden gegenüber, die diesmal an den riesigen Edelstein in der Stadtmitte wollen. Statt Diplomatie hilft in dem mittelalterlich angehauchtem Spiel nur rohe Gewalt. So geht es in der Schulter-Perspektive mit Schwert und Schild selbst hinaus vors Burgtor. Doch auch die Taktik sollte man nicht vernachlässigen…

Heroes & Castles 2

Spielspaß
Langzeitmotivation
Technische Umsetzung
Grafik

Gesamtwertung

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Lange wurde es angekündigt, jetzt ist es endlich da: Die vier Jungs von Foursaken Media bringen Heroes & Castles 2 in den AppStore, mit dem sie ihre Mischung aus TowerDefense, Third-Person-Action und Strategie neu aufkochen und frisch würzen.

Grundlegend hat sich nicht viel verändert: Als Burgherr sieht man sich wieder Angriffen von Skeletten und allerlei Unholden gegenüber, die diesmal an den riesigen Edelstein in der Stadtmitte wollen. Statt Diplomatie hilft in dem mittelalterlich angehauchtem Spiel nur rohe Gewalt. So geht es in der Schulter-Perspektive mit Schwert und Schild selbst hinaus vors Burgtor. Doch auch die Taktik sollte man nicht vernachlässigen und strategisch klug in eine kleine Privat-Armee investieren: Wie bei einem TowerDefense-Spiel kann man die Jungs direkt im Kampf für erbeutetes Geld anheuern und vorschicken.

Heroes & Castles 2 iOSEs lässt sich die Mauer der Burg-Anlage mit Bogenschützen besetzten, welche die letzten Meter verteidigen. Und es gibt natürlich Fußsoldaten in verschiedenen Klassen, die man wieder klug einsetzen sollte. Steht man einer Welle von Schwertkämpfern gegenüber, empfehlen sich ebenfalls starke Nahkämpfer. Kommen dagegen Bogenschützen, helfen nur schnelle Soldaten mit hohen Schilden, die unbeschadet bis in Reichweite kommen. Das Level endet, wenn die Spielerfigur stirbt, man sollte sich also eher im Hintergrund aufhalten…

Was gibt es für Neuerungen?

Ansonsten haben Foursaken sich beim zweiten Teil einige schöne Neuerungen ausgedacht: Das Aufleveln des eigenen Charakters und der Soldaten-Klassen ist etwas komplexer geworden. Dazu kann man beim Schmied in der Stadt nun neue Waffen, Schilde, Rüstungen und magische Runen selbst ‚craften‘. Den vier Charakter-Klassen kann man je eine Waffe (oder Schild) in eine Hand drücken. Auch das Aufleveln der Spielfigur ist deutlich komplexer geworden, es gibt nun insgesamt 20 Skills, die man sich mit Bedacht zusammenbauen kann.

Die eigene Armee (und die Gegner) ist nun vielfältiger, insgesamt stehen 22 verschiedene Soldaten-Typen, vom Kanonenzwerg über Speerträger bis hin zu Bogenschützen, zur Verfügung. Auch die kann man mit den verdienten Kristallen verbessern. Das eigene Schloss kann man wieder aufrüsten, dafür steht eigens ein Ingenieur zur Seite. Und hier kehren Foursaken wieder etwas zurück in Richtung klassischer TowerDefense-Spiele, denn man kann automatisch feuernde Geschütze installieren. Aber auch die Mauern lassen sich verstärken.

HaC2 Karte ReviewDazu gibt es eine Karte des Landes, auf der man an verschiedenen Stellen neue Gebiete einnehmen kann. Hat man dort die Gegnerhorden mit seiner kleinen Armee besiegt, fängt man an, ein neues Schloss zu errichten. Allerdings kann man nicht überall weilen und so werden immer wieder die eigenen Gebäude angegriffen. Man sieht auf der Karte, in wie viel Tagen mit einem Angriff zu rechnen ist. Abzüglich der Reisezeit sollte man sich also immer rechtzeitig auf den Weg machen.

Verschiedene Schwierigkeitsgrade gibt es nicht wirklich, dennoch konnten sich die Entwickler zu einer netten Geste durchringen. Versagt man bei einer Angriffswelle mehrmals, bekommt man sofort zum Start beim Neuversuch kleine Boni und stärkere Soldaten an die Seite gestellt. Allerdings verdient man dann keine Kristall-Stücke bei der Mission. All die Aufmunterung braucht man auch, denn H&C2 ist ehrlich gesagt verdammt fordernd! Schon bei Welle 3 wird man förmlich von Gegnern überrollt. Immerhin bekommt man Erfahrungs-Punkte, auch wenn man scheitert. Ob hier die Schwierigkeit zu Gunsten der InAppKäufe hochgeschraubt wurde? Oder bin ich zu dumm? Mit echtem Geld kann man per InAppKauf die für alles benötigten Edelsteine nachlegen. Hier muss man also häufig grinden, wenn man kein Geld weiteres ausgeben will. Und sei es, um die passende Strategie zu finden…

Das Spiel steht und fällt mit der KI, denn man rennt und kämpft zwar mit auf dem Schlachtfeld – den Großteil der Arbeit macht aber die KI. Und die agiert leider nicht immer logisch. So bilden die eigenen Soldaten gerne Häufchen um einen Gegner, wie bei Filmen von Bud Spencer und Terence Hill – fehlt nur noch, dass sich der Gegner im Kampfgetümel unter herauswindet. Währenddessen liefen aber andere Feinde gemütlich vorbei und griffen die Burgmauer an. Nicht immer – aber wenn, war das sehr ärgerlich.

Der technische Unterbau…

Die Touch-Steuerung geht gut von der Hand: Mit einem virtuellen Pad bewegt man sich, mit Wischbewegungen kann man zur Seite schauen – aber nicht nach oben und unten, was das Ganze präziser macht. Mit einem Doppeltap dreht man sich 180° und hat so auch die Rückseite schnell im Blick. Einmal eine Einheit angefordert, steht dafür dann ein kleiner Schnellzugriffs-Button zur Verfügung, so dass man sich nicht mehr durch Menüs wühlen muss. Auf Wunsch kann man sogar ein Auto-Build-Feature aktivieren.

Heroes and Castles 2Davon abgesehen sieht Heroes & Castles 2 einfach viel schöner aus als der Vorgänger. Die ehemalige Burg ist einer kleinen Stadt mit Fachwerkhäusern gewichen, Arbeiter bauen fleißig an Bauwerken. Auch die Bevölkerung lässt sich sehen und geht ihrer Wege. Das Land bietet verschiedene Landschaften mit Wetter- und Tag/Nacht-Effekten. Da übersieht man kleine Schönheitsfehler, wie den MoonWalk, den man mit seinem Charakter beim langsamen Laufen aufführt. Für ältere Geräte kann man in den Optionen noch einige Effekte die die Lichteffekte, die Schatten und das Level-Detail herunterschrauben, damit es flüssig läuft.

Es gibt auch einen Multiplayer-Modus, den man sogar im Coop mit Freunden bestreiten kann. Leider steht dieser nicht sofort zur Verfügung, sondern man muss erst mindestens eine Stunde spielen. Sollte man wissen, wenn man sich das Spiel mal schnell installieren will, wenn Freunde zum Zocken da sind… Schade.

Das Spiel ist übrigens komplett in Englisch und es gibt wirklich viel zu lesen. Ich empfehle es daher Lesern, die schon mal ein Spiel dieser Art gezockt haben. Man sollte schon wissen, was 3 DMG, 7 STA oder 10AP sind, um mal schnell Waffen zu vergleichen oder die ausführlichen Anleitungen zu verstehen… Etwas verwirrend ist in diesem Zusammenhang der Font, bei dem die S wie Z und 5 wie S aussehen.

Foursaken haben Heroes and Castles 2 zu einem komplexen Spiel mit vielen neuen Gameplay-Ideen gemacht und deutlich mehr Umfang gemacht. Überhaupt gibt es von allem mehr: Mehr Einheiten, mehr Gegner, größere Schlachten, mehr grafisches BlingBling und einen soliden technischen Unterbau mit präziser Steuerung und iCloud Savegames. Leider macht die dumme KI an mancher Stelle einen Strich durch die Rechnung, auch Englisch sollte man schon besser verstehen. Doch Vorsicht: Das Spiel ist richtig fordernd und nix für Anfänger. Wer nix dagegen hat, eine Schlacht mehrfach anzugehen, kann man mit dem komplexen und umfangreichen Spiel richtig lang & gut unterhalten werden.

Heroes and Castles 2 Premium
Heroes and Castles 2 Premium
Entwickler: Foursaken Media
Preis: 2,29 €+
+ größere Karten / Städte
+ schicke Optik
+ verschiedene Landschaften
+ Skirmish-Modus
+ gute Touch-Steuerung
+ Tag/Nacht Wechsel
+ Burg aufrüstbar
+ mehrere Kampfplätze / Burgen
+ Schnellzugriff-Button/Auto-Build
+ viele Einheiten / Gegner
+ sinnvolle Neuerungen
+ Online-Multiplayer/Coop, aber…
+ Grafik anpassbar
+ iCloud Savegames
+ iOS Controller Support
+ epischer Soundtrack
+ InAppKäufe nicht notwendig
+ Universal-App
– schwere Level
– viel Englisch
– teilweise dumme KI
– teilweise verwirrender Font
– Spieler schiebt beim Laufen
– … Multiplayer lange nicht verfügbar

Über Tobi

Tobi gründete die AppGemeinde 2010 und führte sie sieben Jahre lang fast im Alleingang mit Liebe zum Zocken fort - bevor er sie 2018 abgegeben hat. In dieser Zeit veröffentlichte er hier rund 2.500 Artikel.