Test: I Am Bread – Auf die Beklopptheit einen Toast! Prost?

Du bist wohl nicht ganz bei Toast!? könnte man die Entwickler fragen. Doch bei den Bossa Studios wundert einen nach dem Surgeon Simulator eigentlich nichts mehr! Auch bei I Am Bread geht es wieder herrlich bekloppt zur Sache, dass nun auch für iOS umgesetzt wurde. In den verschiedenen Räumen eines Hauses…

I Am Bread (iOS)

Spielspaß
Langzeitmotivation
Technische Umsetzung
Grafik

Gesamtwertung

Leser-Wertung: Sei der Erste!
40

Du bist wohl nicht ganz bei Toast!? könnte man die Entwickler fragen. Doch bei den Bossa Studios wundert einen nach dem Surgeon Simulator eigentlich nichts mehr! Auch bei I Am Bread geht es wieder herrlich bekloppt zur Sache, dass nun auch für iOS umgesetzt wurde. In den verschiedenen Räumen eines Hauses is(s)t man mit einer Brotscheibe unterwegs, immer mit dem aufopferungsvollen Ziel in den finalen Toaster zu hüpfen. Toastakiri sozusagen. Wobei das nicht immer ein Toaster sein muss, man klebt zu diesem Zwecke schon mal an einer Heizung, kann sich auf Herdplatten legen oder kuschelt mit einem Bügeleisen…

Die größte Schwierigkeit für ein Brot von Welt ist natürlich der Erhalt der Genießbarkeit, denn schließlich will man ja am Ende noch verputzt werden! Fällt Herr Toastscheibe auf den Fußboden, sinkt die Leckerheits-Anzeige rapide und schon bald ist man nur noch ein Fall für den Biomüll statt für den Frühstückstisch. Daher sollte man zu Beginn jedes Levels den idealen Weg zum Toaster herausfinden – idealerweise kommt man unterwegs noch an einem schmackhaften Belag vorbei, der die Bekömmlichkeit der mehlenen Atzung noch einmal steigert.

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Was schmeckt nach Käse und ist doch keiner?

Die verschiedenen Umgebungen sind recht groß (aus der Perspektive eines Brotes) und geben die verschiedensten Wege und Lösungsmöglichkeiten her. So gibt es zum Beispiel im ersten Raum, der Küche, mehrere Möglichkeiten sich beidseitig zu bräunen. Die Physik-Engine ist schick und lässt Gläser zerbrechen, Flüssigkeiten zerlaufen, Schränke öffnen oder Messer herabfallen. Man kann zum Beispiel Kisten oder Stühle umwerfen, um sich so neue (hygienisch vertretbare) Wege zu bahnen. Dazu sind herrlich verrückte Wortspiele und kleine Gags in der Spielwelt versteckt. In diesem Punkt hat mir das Spiel wirklich gut gefallen, hier wurde mit viel Liebe gearbeitet und Kreativität bewiesen.

Nebenbei wird die Geschichte von Herrn Murton erzählt, der anscheinend das lebende Toastbrot käuflich erworben hat. Durch diverse Verstrickungen in seiner Lebensgeschichte und einem gerüttelt Maß an Beklopptheit, vermutet er Einbrecher oder übernatürlich Kräfte hinter den unerklärlichen Vorkommnissen in seinem Haushalt. Da hat er nicht mit dem Brot gerechnet! Zum Glück befindet er sich bereits ins psychatrischer Behandlung…

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Ein Brot trotzt der Schwerkraft. Und Spielbarkeit.

Viel gelernt haben die Entwickler seit dem Surgeon Simulator in Punkto Touch-Steuerung leider nicht und das scheint mir auch so langsam Absicht… Das Brot kann man nur schwerlich mit ungelenken Fingerwischen über den kompletten Bildschirm durch die Gegend klappen lassen, das es nur so ein Graus ist. Es fühlt sich so an, als macht der Toast, was er will. Die Steuerungs-Idee: Man soll sich mit den Ecken des Brots festhalten (quasi die Arme und Beine) und sich damit fortbewegen. Nur das man im Prinzip keine Ecke einzelne angreifen kann, sondern nur mit allgemeinen Wischbewegungen das Brot irgendwie vorwärts schubsen soll.

Auch das Umsehen in den Räumen ist angesichts der schwierigen Steuerung für die Kamera über ein virtuelles Pad und einen Schieberegler alles andere als komfortabel. Präzise Steuerung ist also das komplette Gegenteil von diesem Spiel. Hier wollten Bossa wahrscheinlich wieder viel Humor erzeugen, wenn man mal wieder unbeabsichtigt alles umreißt oder vom Tisch fällt. Mich persönlich hat das aber eher genervt. Ich bin der Meinung, dass man dieses Spiel nur mit einem Gamepad beherrschen kann – das wird aber derzeit nicht unter iOS unterstützt…

Im Prinzip ist I Am Bread ein verrückter Parcours-Simulator, nur dass man hier eben mit einer Toastbrot-Scheibe in einem Haushalt unterwegs ist und nicht über Häuser springt. Die Idee ist gut, auch Präsentation und Grafik gefallen – wäre da nicht die unnötig komplizierte und schwammige Steuerung – für mich auf dem Touchscreen unspielbar. Schade um das sonst so lustige Spiel! Eine Empfehlung kann man nur Spielern aussprechen, die schon den Surgeon Simulator abgefeiert haben und auf absichtlich schlechte Steuerung stehen. Mit etwas Faible für schwarzen Humor und Selbstbestrafung können die sich hier austoben und sogar Spaß haben… Alle anderen sollten unbedingt auf ein Update der Steuerung warten.

I am Bread
I am Bread
Entwickler: Bossa Studios Ltd
Preis: 1,09 €
+ bekloppte Spielidee
+ schicke 3D Optik
+ große Räume
+ verschiedene Lösungsmöglichkeiten
+ gute Physik-Engine
+ kleine Nebenstory
+ Tutorial
+ keine InAppKäufe
+ Aufnahme-Funktion
+ deutsch
+ GameCenter-Anbindung
+ Universal-App
– katastrophale Touch-Steuerung
– nur eine Brot-Sorte
– kein iOS Controller Support
– kein iCloud Savegames

Über Tobi

Maximum Geekness. Alles fing mit dem Atari 2600 an, dann ein Atari 800XE mit Datasette, dann ein 486er mit 25Mhz und 80MB Festplatte. Und heute? Zocken! Am liebsten immer und überall. Und sonst? Alles mit Knöpfen, einem Display und bei dem man etwas einstellen kann ist interessant!
  • Christopher Martin

    Über den Minus-Eintrag „nur eine Brotsorte“ musste ich schon heftig schmunzeln 😉

    • 😀 Und dabei habe ich noch nicht einmal den Missstand angeklagt, das es keine Ohne-Rinde-Option für Seniorspieler gibt!