Review: Warhammer 40000 Regicide – Auf ins Schachgetümmel?!

Mit Warhammer 40000: Regicide von Hammerfall Publishing / Games Workshop bekommen Fans des dystopischen Sci-Fi-Fantasy-Settings im Grunde zwei Spiele im Paket vorgesetzt. Zunächst wäre da der sogenannte "Classic"-Modus, der nichts anderes ist als klassisches Schach mit 40K-Figuren. Die in fünf Stufen einstellbare KI ist dabei durchaus brauchbar und die zahlreichen Tötungsanimationen, die…

Warhammer 40000 Regicide

Gesamtwertung

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62

Mit Warhammer 40000: Regicide von Hammerfall Publishing / Games Workshop bekommen Fans des dystopischen Sci-Fi-Fantasy-Settings im Grunde zwei Spiele im Paket vorgesetzt. Zunächst wäre da der sogenannte „Classic“-Modus, der nichts anderes ist als klassisches Schach mit 40K-Figuren. Die in fünf Stufen einstellbare KI ist dabei durchaus brauchbar und die zahlreichen Tötungsanimationen, die sich je nachdem welche Figur mit welcher anderen geschlagen wird unterscheiden, tragen ihr übriges zum Warhammer-Flair bei.

warhammer 40000 regicideDen inhaltlichen Löwenanteil macht jedoch der „Regicide“-Modus aus, der grundsätzlich ebenfalls auf den Schach-Regeln aufsetzt, allerdings einige Warhammer-Variationen wie Energieschilde oder Fernkampf-Attacken inklusive ausgewürfeltem Treffer-Ergebnis mit sich bringt. Neben einzelnen Skirmish-Matches gibt es auch eine Kampagne, die sich aus immer schwieriger werdenden Szenarien zusammensetzt.

Über die Zeit stehen in dieser immer wieder neue Spezialfähigkeiten zur Verfügung, die sich vor den Missionen ausrüsten lassen. Da sich zudem durch In-App-Käufe sogar noch weitere Space-Marine und Ork-Fraktionen freischalten lassen, lässt sich auf der Content-Ebene ohnehin kaum etwas bemängeln.

Allerdings ist das Herz der App, der „Regicide“-Modus, in Sachen Gameplay zumindest fragwürdig: Rundenstrategen finden ausschließlich altbekannte und hier auf ihre simpelsten Varianten heruntergebrochenen Muster (Lebenspunkte, Schilde, ausgewürfelter Schaden und so weiter), die wenig Potenzial für wirklich interessante Entscheidungen bieten.

Das was das Spiel in Sachen Originalität retten könnte, wäre gerade der Schachkern, der allerdings durch die aufgesetzten Zusatzregeln immer wieder ad absurdum geführt wird beziehungsweise diese auch nicht gerade unterstützt. Vielmehr wirkt es, als befänden sich nicht nur Marines und Orks, sondern auch Schach und Warhammer selbst im ständigen Kampf gegeneinander.

Das mit dem Fan-Service hat man beim Entwickler Hammerfall-Publishing durchaus ordentlich hinbekommen. Hardcore-Liebhaber des Settings haben vermutlich schon den Finger auf dem Kaufen-Button und dürfen diesen auch ohne große Reue antippen. Und auch wer einfach eine einigermaßen kompetente Schach-App im Warhammer-Gewand sucht, der kann bei Warhammer 40000 Regicide weitgehend bedenkenlos zugreifen. Der geneigte Rundenstratege hat jedoch deutlich bessere Alternativen. Bei der Kombination der erprobten Schach-Regeln mit größtenteils recht platten zusätzlichen Spielereien verlässt sich das Spiel nämlich letztlich zu sehr auf sein Setting und lässt Logik und Game-Design-Grundsätze gerne mal außen vor.

Warhammer 40,000: Regicide
Warhammer 40,000: Regicide

Über Fabian

Künstler, Nerd und Kritiker. Spielt seit über 20 Jahren auf allen erdenklichen Plattformen. Hält Spiele seit jeher für eine eigenständige Kunstform, die auch als solche analysiert gehört. Führt zu diesem Zweck sogar einen eigenen Spieleblog (klick!). Hat dabei als Game-Designer an fast allem etwas auszusetzen. Fun Fact: War früher Komponist, Texter und Produzent für diverse obskure Musikprojekte.