Parce One – Die Homekit Steckdose als leuchtendes Beispiel

Apple bindet mit jeder iOS Version seine Steuerung der Heim-Elektronik „Homekit“ immer mehr ein. Nur die passenden Geräte sind (auf dem deutschen) Markt noch recht rar. Abhilfe schaffen hier Steckdosen, die sich via Homekit oder dann Siri ansprechen lassen und so auch ältere Geräte via iGerät steuerbar machen. Ich habe mir für euch die Parce One vom gleichnamigen deutschen Hersteller näher angesehen – die neben der Elgato Eve Energy [Amazon] die derzeit einzigen Homekit-Steckdosen sind.

 

Features der Parce One

parce one reviewDer Parce One ist ein weißer Zwischenstecker, der einmal in der Steckdose platziert rund 4cm hervorsteht und einen Durchmesser von 7cm hat. Der dünne weiße Ring auf der Vorderseite leuchtet, wenn das Gerät aktiv ist. Der One ist von Apple Homekit-zertifiziert und lässt sich somit direkt über Siri mit Sprache ansteuern, ohne eine App zu öffnen. Dies bedeutet auch, dass die Kommunikation über das Homekit-Protokoll verschlüsselt ist. Der Stecker klinkt sich via WLAN (2,4GHz, 802.11 b/g/n) ins heimische Netz ein. Wer ein Apple TV ab der dritten Generation besitzt, kann es darüber auch von außerhalb ansteuern. Ein zusätzlicher Knopf am Stecker erlaubt das manuelle Schalten.

Dazu misst der One noch den Verbrauch des angesteckten Gerätes mit einer Abweichung von 5% und dokumentiert dies lokal in der kostenlosen Parce App [AppStore]. Alternativ kann man sich bei der kostenlosen Parce Cloud anmelden und dort seinen Verbrauch speichern und dann über das Netz kontrollieren und protokollieren.

 

Testeindruck der Parce One

parce one reviewDie Parce One macht trotz Plastikgehäuse einen soliden Eindruck in der Hand, wobei der Stecker ja eh die meiste Zeit seine Arbeit in einer Steckdose verrichten wird. Der Stecker ragt ein Stück hervor, immerhin verschwindet der aufzunehmende Stecker aber auch wieder ein Stück im Parce One. Durch den recht großen Umfang, kann es mit dem Parce One in einer herkömmlichen Steckerleiste bei voller Belegung schon eng werden, so dass dicke benachbarte Stecker weichen mussten.

Das initiale Einrichten geht mit der kostenlos erhältlichen App schnell von statten, danach ist es nicht mehr nötig. Durch die Verbindung via WLAN (im Gegensatz zu der Steckdose von Elgato, die via Bluetooth 4.0 kommuniziert…) ergibt sich eine große Reichweite und es gab bei mir keine Ausfälle oder Abbrüche.

Der Zwischenstecker reagiert sofort ohne Verzögerung, beim Ein- und Ausschalten gibt der Stecker ein leises, aber hörbares Klicken von sich. Sobald der One aktiv wird, leuchtet an der Frontseite ein weißer Ring – der lässt sich leider nicht deaktivieren und könnt zum Beispiel unter einer Beamer-Wand oder nachts neben dem Bett stören. Und um hier noch etwas pingelig zu sein: Der Ring war beim Testgerät nicht wirklich gleichmäßig ausgeleuchtet.

parce one review
Die App gibt Auskunft…

Und wozu nutzt man das jetzt? Ich hatte ihn eine Weile mit der Waschmaschine im Bad in Betrieb, wobei die zeitweise Feuchtigkeit dem One nichts anhaben konnte. So lies sich die Waschmaschine von unterwegs (verschlüsselt über das Apple TV 4) bequem starten und gleich noch interessante Verbrauchswerte ablesen – und daran dann auch, wann sie fertig war. Das Internetradio in der Küche ließ sich mit einer Option automatisch starten, wenn es Strom bekam und war so ebenfalls ein guter Kandidat für den Homekit-Stecker. Gerade verrichtet der Parce One seinen Dienst an meinem Rechner, der soeben 92W zieht, damit ich diese Worte tippen kann. Uiuiui, vielleicht sollte ich doch lieber aufs iPad ausweichen…

Die Steuerung via Siri ging ohne Probleme („Schalte die Steckdose ein!“), eine Übersicht der Siri-Befehle fürs Homekit findet man direkt bei Apple. In der App lässt der Stecker (oder mehrere davon) noch genauer einstellen und erst so richtig sinnvoll nutzen: Hier kann man Homekit-Szenarien („Ich in zu Hause“ oder „Guten Morgen“) festlegen, mehrere Stecker zu Gruppen zusammenfassen oder Auslöser wie Zeit, Ort oder Eigenschaften für die Aktivierung bestimmten. Ein Betrieb ohne die angebotene Parce Cloud ist übrigens möglich und nur optional.

 

Verfügbarkeit

Die Parce One ist zum Beispiel bei Amazon oder direkt beim Hersteller für rund 60€ erhältlich.

Die Idee hinter dem Parce One Stecker ist clever: So lassen sich auch ältere Geräte bequem ins Internet der Dinge holen und speziell mit Homekit ansteuern und der Traum vom automatisierten Heim rückt in greifbare Nähe. Dazu kann man noch den Stromverbrauch messen und protokollieren. Die Einrichtung geht schnell, wer ein Apple TV hat, kann hier sogar von außerhalb mit Siri (verschlüsselt) steuern. Der weiße LED Ring war für mich in manchen Situationen unpassend, vielleicht legen hier die Entwickler noch per Update eine Option zum Ausschalten nach. Ein sicher nicht ganz billiger Einstieg in die Heim-Automatisierung, aber der Parce One ist durch die WLAN Anbindung und die fehlende Verzögerung beim Schalten die derzeit beste Wahl.

Über Tobi

Tobi gründete die AppGemeinde 2010 und führte sie sieben Jahre lang fast im Alleingang mit Liebe zum Zocken fort - bevor er sie 2018 abgegeben hat. In dieser Zeit veröffentlichte er hier rund 2.500 Artikel.