Review: 2K DRIVE – Offroad oder Straßenrennen?

2k versuchen das Kunststück und veröffentlichen mit 2K Drive ein umfangreiches Autorennen zum Vollpreis, was Straßen- und Offroad-Rennen kombiniert und zusätzliche Tuningmöglichkeiten an Original-Wagen bietet. Das Spiel sieht damit an der Ziellinie, neben Real Racing 3 und Asphalt 8, gut aus. Doch wie gelingt der Start?

Im Einzelspieler-Modus fährt man 30 Meisterschaften, bei denen ihr über Rennstrecken, staubige Offroad-Pisten oder abgesperrte Stadt-Areale düsen könnt. Dazu gibt es unterschiedliche Minispiele, die allerdings Geschmackssache sind, da sie sich weit vom klassischen Autorennspiel entfernen. Mal versucht man in einem Labyrinth vor dem einem Hubschrauber zu flüchten, mal kachelt man über einen Salz-See oder bugsiert einen riesigen Fußball per Auto ins Tor. Das ist zwar abwechslungsreich, wird aber auch viele Spieler nerven, die lieber Rennen fahren wollen.

Daneben  gibt es tägliche und wöchentliche Events, mit denen man zusätzliche Spielwährung verdienen kann. Auch ein Multiplayer-Modus ist mit an Bord – hier kann man sein Foto hochladen, um es dann auf den Fahrer zu pappen. Das ist wieder mal sehr unterhaltsam (vor allem wenn man dabei eine schöne Schnute zieht) allerdings lies sich das Feature in der aktuellen Version bei mir nicht aktivieren.

2kdrive

Die Autos muss man nach den Rennen reparieren, dies allerdings für sehr wenig Geld – so das es im Gegensatz zu RR3 eine reine Formalität ist. Im Tuningshop legt man bei einem Wagen Verbesserungen für den Motor und die Fahreigenschaften nach, kann den Wagen äußerlich mit Felgen oder Scheibentönung verschönern, aber auch sich den Innenraum voller Gerümpel hängen oder den Fahrer ankleiden.

Die Auswahl der Wagen ist eine schöne Mischung aus aktuellen Traumwagen, hässlichen Kleinwagen und älteren Klassikern. Es gibt ein Schadensmodell, das aber keinen spürbaren Einfluss auf die Fahreigenschaften hat. Völlig unverständlich ist, warum man ohne Internet-Verbindung keine neuen Wagen kaufen und somit eigentlich nicht offline spielen kann.

Für die Steuerung gibt es mehrere Alternativen, wobei meine bevorzugte Art (Bildschirm in der Mitte geteilt fürs Lenken nach links und rechts) leider fehlt. Am besten eignete sich hier noch die Lenkung via Neigungssensor. Leider stellte sich die Lenkung als sehr schwammig heraus, vor allem aus der externen Kamera-Perspektive. Fährt man direkt im Cockpit mit, reagiert der Wagen deutlich direkter.

Ein Aufschrei ging durch die AppStore-Bewertungen, als das Vollpreis-Spiel schon während der ersten Rennen mit einem teuren VIP-Paket zum sofortigen Freischalten aller Wagen warb. Doch wenn ein paar Meilen fährt, merkt man schnell, das hier Spielwährung in rauen Mengen ausgeschüttet wird. Schnell ist der nächste Wagen verdient – wesentlich leichter als bei Asphalt 8, wo man deutlich mehr grinden muss. Also: InAppKäufe sind hier nur etwas für Ungeduldige und absolut nicht notwendig!

Die Autos sind detailliert, auch die Strecken sind sehr schön gestaltet. Doch im Vergleich ist die Grafik nur Mittelmaß, wirkt altbacken und kann nicht mit aktuellen Chartstürmern wie RR3 oder Asphalt 8 mithalten. Die Rennen laufen flüssig, aber es fehlt am Gefühl für Geschwindigkeit oder an augenschmeichelnden Effekten. Für die Fahrt hat man 4 Kamera-Perspektiven: zwei Externe, eine schicke Cockpit-Ansicht und eine Stoßstangen-Kamera. Das Menü wirkt im ersten Augenblick unaufgeräumt und wirklich muss man sich erst einmal an den verschachtelten Aufbau gewöhnen. Leider sind Bedienung und Ladezeiten sehr zäh, das es schon fast eine Zumutung ist.

Die Motorsounds klingen angenehm kräftig und einzelne Autos lassen sich unterscheiden. Musikalisch werden keine bekannten Interpreten aufgefahren, hier bekommt man eher Beschallung der Kategorie Hintergrundmusike – bei einem Rennspiel eh meist Nebensache.

Das Spiel vereint viele schöne Ideen, die leider zu lieblos umgesetzt wurden. Die Features wie der abwechslungsreiche Fuhrpark, die Tuningmöglichkeiten, die verschiedenen Strecken und Events inklusive einem Multiplayer-Modus lesen sich gut. Leider nervt das Spiel mit lahmer Bedienung, lange Ladezeiten, Online-Zwang und altbackener Spielgrafik. Entgegen aller Buh-Rufe aus der Community benötigt man aber hier keine weiteren InAppKäufe. Rennspiel-Enthusiasten bekommt hier zumindest viel Abwechslung – für alle anderen gibt es bessere Rennspiel-Kollegen.

2K DRIVE (AppStore Link) 2K DRIVE
Hersteller: 2K Sports
Freigabe: 4+2.5
Preis: 6,99 € DOWNLOAD
+ schöne Strecken
+ viele Spielmodi
+ Cockpit-Ansicht
+ schöner Fuhrpark
+ viele Tuning-Möglichkeiten
+ Minispiele sorgen für Abwechslung
+ deutsch
+ InAppKäufe nur optional
+ GameCenter Anbindung
+ Universal-App
– schwammige Steuerung
– wenig Grafikeffekte
– teilweise lange Ladezeiten
– viele Intros nicht abzubrechen
– nicht wirklich offline spielbar

Über Tobi

Tobi gründete die AppGemeinde 2010 und führte sie sieben Jahre lang fast im Alleingang mit Liebe zum Zocken fort - bevor er sie 2018 abgegeben hat. In dieser Zeit veröffentlichte er hier rund 2.500 Artikel.