Ravensburger Puzzle – Der Klassiker als App


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Ravensburger – dieser Name steht seit über 140 Jahren für qualitativ anspruchsvolle Kinder- und Familienunterhaltung. 1883 wurde Ravensburger als Verlag gegründet und veröffentlicht seit dieser Zeit Bücher und Gesellschaftsspiele. Seit 1964 vertreibt die Aktiengesellschaft zudem Puzzlespiele, von denen heute jährlich über 10 Millionen Exemplare abgesetzt werden. Insgesamt erscheinen heute pro Jahr rund 40 Spiele, 120 neue Puzzles und über 450 Kinder- und Jugendbücher. Zudem betreibt die Ravensburger AG eine Stiftung mit dem Ziel das soziale und kulturelle Umfeld von Kinder und Familien zu stärken.

Auch im AppStore ist Ravensburger schon lange kein Unbekannter mehr: Umsetzungen bekannter Gesellschaftsspiele wie Anno Domini, Das verrückte Labyrinth oder San Juan gehören ebenso zur jeden guten Spielesammlung eines iPads wie die sehr hübschen Living Stories oder die Wimmelbücher. Bisher gab es eigentlich kaum eine App von Ravensburger, die mich nicht überzeugt hat und so ist die Erwartungshaltung an eine Ravensburger Puzzle App natürlich groß. Zudem es mit Astra Jigsaw und Everyday Jigsaw starke Konkurrenz auf dem iPad gibt.

Leider muss man konstatieren, Ihr seht es schon an der Wertung, dass die Erwartungshaltung nicht erfüllt wurde. Eh ich nun aber auf meine Kritikpunkte im Einzelnen eingehe, möchte ich natürlich auch darüber schreiben, was die App gut macht…

Ravensburger2Zuerst sei gesagt, dass es spielerisch nichts am Ravensburger Puzzle auszusetzen gibt. Die Puzzle können aus 20 bis 500 Teilen bestehen, wie viele lässt sich individuell einstellen. Die Spielfläche ist ausreichend groß um auch viele Puzzleteile anzeigen zu können, so kann man über den virtuellen Spieltisch scrollen und mit zwei Fingern den Spielausschnitt vergrößern oder verkleinern – das ist ein echter Mehrwert zu anderen Puzzleapps, die nur auf einem statischen Bildschirm stattfinden. Die Farben sind sehr kräftig und auch die entspannende Musikuntermalung gefällt mir sehr. In technischer Hinsicht ist Ravensburger Puzzle über alle Zweifel erhaben und reiht sich in die Reihe gelungener Apps ein.

Warum aber vergebe ich dennoch nur zwei Wertungssterne? Dies liegt an zwei – für mich – sehr wichtigen Kritikpunkten: Der eine Kritikpunkt ist spielerischer Natur, dieser fällt nicht ganz so stark ins Gewicht. Der andere Kritikpunkt ist da schon schwerwiegender: Hier geht es nämlich um das Preismodell.

Zum spielerischen Aspekt: Seit mehreren Monaten bin ich großer Fan des bereits erwähnten Every Jigsaw auf dem iPad. Was mir bei dieser App gefällt sind die unfassbar vielen Einstellungsmöglichkeiten wie diverse Puzzleformen, mehrere Hintergründe oder eigene Bilder, die man als Puzzle generieren kann. Ravensburger hat leider keine derartigen Features. Das macht die App zwar minimalistisch, aber leider sind die Möglichkeiten dadurch sehr eingegrenzt.

Nun zum zweiten Kritikpunkt, der Preisgestaltung: Die App kostet derzeit 2,99€ im AppStore. Das ist eine Preisregion, in der man schon Premium-Games findet. Mitgeliefert werden sechs Puzzles sowie 580 Goldstücke, damit lassen sich noch einmal fünf weitere Puzzles runterladen, denn ein neues Motiv kostet 100 Goldstücke bzw. 120 Goldstücke bei Lizenzbildern von Hello Kitty und Gelini. Es gibt keine Möglichkeit mit dem Lösen von Puzzles neue Goldstücke zu bekommen, man kann sie nur mit echtem Geld nachkaufen. Die derzeit teuerste Option liegt bei 19,99€ – dafür bekommt man 2.950 Goldstücke. In der App gibt es rund 180 Puzzles zur Auswahl, will man alle freischalten, kommt man schnell über 100€.

Ravensburger3Was ich kritisiere ist nicht das Modell per InAppKauf neue Puzzles freizuschalten, dass machen andere Puzzle-Apps auch. Was ich kritisiere, ist der hohe Preis und die fehlende Transparenz. Ich finde über 100€ für knapp 200 Puzzles schon sehr teuer. Zum Vergleich: Bei Everyday Jigsaw bekommt man 250 Puzzles zu einem Preis von 17,99€ und bei Astra Jigsaw 200 Motive für nur 7,18€ (auch wenn bei Astra Jigsaw zugegebenermaßen eher alte Gemälde und ähnliche Motive). Über 100€ wirkt hier aus der Sicht eines Konsumenten schon überteuert.

Was aber gar nicht zu Ravensburger passen will, ist die fehlende Transparenz: Weder wird man vor dem Kauf der App in der Beschreibung darüber informiert, wie viel es kostet alle Puzzles freischalten zu können, noch finde ich den Weg über eine alternative In-Game-Währung für solch eine Traditionsfirma wie Ravensburger angemessen. Da ist nun also eine Firma, die sich über viele Jahrzehnte viel Vertrauen und Glaubwürdigkeit aufgebaut hat und sogar eine eigene Stiftung betreibt. Und dann kommt man mit solch einem Modell daher. Dabei ist Ravensburger Puzzle nicht die erste App mit In-App-Käufen. Schon bei der Umsetzung von Anno Domini gab es sie, hier konnte man einzelne Themenfelder dazukaufen oder ein Komplettpaket zum Sparpreis. Das war fair und vor allem transparent!

Ich möchte an dieser Stelle herausstellen, dass man natürlich mit Apps auch Geld verdienen soll – gar keine Frage! Bei so einem Puzzlespiel müssen Lizenzen und Fotorechte bezahlt werden, auch keine Frage! Aber warum geht man dann nicht auch den fairen, übersichtlichen Weg und sagt beispielsweise: „3,99€ für dieses Package mit 5 Hello Kitty Motiven“ oder „4,99€ für 10 Motive aus dem Store nach Wahl“? Da wüsste man dann auch als Verbraucher wieviel man bekommt, ohne über eine zusätzliche In-Game-Währung zu gehen.

Nun kann man argumentieren, dass es ja „alle so im App-Store tun“. Der Punkt ist: Ich setze bei einer Firma wie Ravensburger noch einmal strengere Maßstäbe an als beispielsweise bei EA oder Gameloft. Bei einem der ältesten Spieleherstellern Deutschlands sind mir Werte wie Glaubwürdigkeit und Transparenz wichtig.

Prinzipiell hat man es beim Ravensburger Puzzle mit einer wirklich guten Puzzle-App zu tun, bei der technisch alles stimmt. Was Anpassungen und die fehlende Funktion eigene Bilder zu integrieren betrifft, könnte man noch einmal nachjustieren. Und man sollte meiner Ansicht nach das Preismodell überarbeiten: So unübersichtlich wie es zur Zeit ist, ist es einer Firma wie Ravensburger einfach nicht würdig. Ich werde die App im Auge behalten und an dieser Stelle Bericht erstatten, wenn sich etwas tut. In dieser Form ist die App aber nur bedingt zu empfehlen – das ist wirklich schade und das sage ich als Ravensburger-Fan! Wer sich der In-App-Käufe bewusst ist und damit umgehen kann, kann die App durchaus laden. Alle anderen sind bei den bereits erwähnten Konkurrenten derzeit besser aufgehoben.

Ravensburger Puzzle
Ravensburger Puzzle
Preis: 2,99 €+
+ schöne (bekannte) Motive
+ technisch einwandfrei
+ Puzzle-Hilfen
+ Ausnutzung des großen iPad-Bildschirms
+ verschiedene Tisch-Hintergründe
+ GameCenter Anbindung
– zu wenige Optionen
– fehlende Möglichkeit eigene Bilder zu nutzen
– zu wenig Puzzle integriert
– teures und untransparentes Preissystem

Über Axel

Reviews und Artikel von einem Vollblutgamer für Vollblutgamer. Manchmal hemmungslos subjektiv, immer mit einem leichten Augenzwinkern und vor allem ehrlich. Das erwartet Euch in meinen Artikeln hier in der AppGemeinde. Seit 1991 bin ich leidenschaftlicher Gamer, Nintendo- und Retro-Nerd sowie großer Fan von Rollenspielen, Adventures, Puzzlespielen und alles was irgendwie kreativ mit dem digitalen Medium umgeht. Game Center ID: "Axel | Appgemeinde.de" (ohne die ")