Review: Card Crawl – Kartenspielen im Dungeon verboten?

Ihr zieht gern durch Dungeons? Prima, ich auch. Aber würdet ihr in einem düsteren Kerker auch Karten spielen? Und das gegen einen fiesen Ork? Willkommen bei Card Crawl vom Berliner Entwickler-Duo TinyTouchTales!

Durch das gute deutsche Tutorial kommt man gut in das eigentlich recht einfache Kartenspiel. Doch die Praxis offenbart schon bald eine größere Komplexität als man auf den ersten Blick vermutet. So kann man mit jedem Spiel neue Strategien versuchen und immer braucht man auch ein Quäntchen Glück, damit gute Karten kommen. Card Cawl ist eine gute Mischung aus Glücksspiel und Strategie.

Card Crawl ReviewDie Idee des Spiels: Mit seinem Charakter macht man sich (alles mit 54 Karten) in einem Dungeon auf die Suche nach Schatztruhen und muss dabei natürlich viele Monster bekämpfen, die ihr Gold bewachen. Gespielt wird in einer düsteren Kascheme gegen einen Ork-Wächter.

Obwohl das Spiel laut Entwickler dem Solitaire-Prinzip nahe kommen soll, fand ich es komplexer, erlaubt es doch mehr taktische Finessen. In jedem Spiel habt ihr vor euch Platz für 8 Karten in zwei Reihen… In der unteren Kartenreihe seht ihr eure Charakter-Karte sowie zwei Plätze für eure beiden Hände und einen für euren Rucksack – auf diese Felder könnt ihr durch das Ablegen von Karten neue Waffen oder Schilde in die Hand nehmen oder einen Heil-Trank im Rucksack aufheben.

In der oberen Reihe werden jeweils vier Karten vom Ork gegenüber ausgespielt, drei davon müsst ihr in jeder Runde abbauen. Entweder indem ihr sie wie gerade beschrieben an euch benutzt, sie ausspielt oder sie während des Spiels verkauft. Das gibt Goldstücke, die am Ende eines Spiels auch die messbare Größe (via GameCenter) sind. Zumindest wenn man überlebt – denn ab und an spielt das Glück nicht mit und man kommt nicht mal dazu das Ende des Kartenstapels zu sehen. Die eigene Charakter-Karte hat nämlich Lebenspunkte, die schon mal zur Neige gehen können. Eine Partie dauert in Regel rund 5 Minuten und macht damit Card Crawl zu einem idealen Pausenfüller.

Das Kartenspiel selbst ist unterhaltsam, ich hätte mir nur noch mehr Individualisierung gewünscht. Warum gibt es keine verschiedene Charakter-Karten oder Gegner, die man auch noch freispielen kann? Der Schwierigkeitsgrad ist moderat und wenn einem nicht gerader der Zufall einen Strich durch die Rechnung macht, schafft man ein Spiel sehr häufig – diverse Schwierigkeitsgrade wären trotzdem wünschenswert. Aber da es ein Kartenspiel ist und der Zufall regiert, ist diese Kritik auch schon wieder sinnlos.

Das tolle Comic-Artwork von Max Fiedler wirkt ausgereift und ist niedlich-sympathisch, inklusive einem fiesen Gegenspieler, einem Ork namens Hörni und seinem kleinen Diener. Auch die Soundkulisse ist gut gewählt, neben einer angenehmen Hintergrundmusik hört man im düsteren Dungeon noch hier und da ein paar gequälte Stöhner und Ächzer. Sehr stimmungsvoll. InAppKäufe gibt es keine.

Wer gern strategisch Karten klopft, ist bei Card Crawl genau richtig. Obwohl es im Grunde ein einfaches Prinzip ist, motiviert es zu immer neuen Spielen. Schuld daran ist nicht nur die gute Einführung, das Freischalten von neuen Karten mit den verdienten Münzen (ohne InAppKäufe!), sondern auch die tolle Kerker-Atmosphäre mit der sympathischen Comic-Optik. Hier bekommt man ein höchst poliertes Kartenspiel mit Sucht-Faktor von einem vielversprechenden deutschen Entwickler. Jetzt noch iCloud-Support und neue Charaktere, dann wäre es perfekt!

Card Crawl
Entwickler: Arnold Rauers
Preis: 3,49 €
+ smypthatische Comic-Optik
+ übersichtliches Interface
+ eindeutiges gutes Tutorial
+ Freischalten von neuen Karten
+ Mischung Glück/Strategie
+ Baukasten-Spielmodus
+ schön für Zwischendurch
+ motiviert
+ kein Zeitdruck
+ entspannte Hintergrundmusik
+ deutsch
+ keine InAppKäufe
+ GameCenter-Anbindung
+ Universal-App
– wenig Anpassung an eigenen Geschmack
– nur ein Gegner / kein Schwierigkeitsgrad
– kein iCloud Support

Über Tobi

Maximum Geekness. Alles fing mit dem Atari 2600 an, dann ein Atari 800XE mit Datasette, dann ein 486er mit 25Mhz und 80MB Festplatte. Und heute? Zocken! Am liebsten immer und überall. Und sonst? Alles mit Knöpfen, einem Display und bei dem man etwas einstellen kann ist interessant!
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  • tinytouchtales

    Hallo kurze Korrektur, obwohl Wiebke normalerweise die Illustrationen übernimmt, hat hier Max Fiedler (pigsell.com) die Illustrationen gemacht. Wäre cool wenn ihr das noch korrigieren könnt. Danke!

    • Hallo, danke – geändert!
      Grüße…