Kolumne: Warum iOS-Spiele niemals premium sein können!

So, habe ich eure ungeteilte Aufmerksamkeit? Ja? Sehr schön. Eigentlich mag ich es nicht Artikel mit einer besonders reißerischen Überschrift zu garnieren (auf neudeutsch Clickbaiting genannt). Aber an dieser Stelle ist es nötig. Denn in dieser Kolumne möchte ich über etwas schreiben, was mich schon seit längerer Zeit stört: Die Bezeichnung „Premium-Modell“.

Mir ist Sprache durchaus wichtig. Ich achte darauf woher ein Wort kommt, welche Bedeutung ein Wort hat und verwende die Wörter dementsprechend. Ich finde es nicht gut, wenn Wörter ihre Bedeutung beraubt werden. Ein Beispiel wäre das Wort Opfer. Ein Wort, das besagt, dass ein Mensch durch einen anderen Menschen Schaden nimmt oder sogar umkommt. Oder ein Wort, welches einen persönlichen Verzicht zugunsten eines anderen Menschen, eines Hobbies oder eine Gottheit umschreibt. In der ersten Definition ist ein Opfer unschuldig irgendwo reingeraten, in der zweiten Definition kann opfern sogar als Stärke gesehen werden. Etwa wenn man bereit ist etwas aus Liebe aufzugeben. Unschuld und Stärke, zwei eher positive Beschreibungen für einen Menschen.

In der Jugendsprache wird das Wort jedoch pervertiert und abwertend für einen Schwächling oder Verlierer verwendet. Das dreht die Bedeutung der ursprünglichen Definition also zu 180° um und sollte daher als wertende Verwendung abgelehnt werden. Ein Opfer bleibt ein Opfer und kann nicht einfach in einen „Schwächling“ umgedeutet werden.

Premium2
Heroes of Might and Magic Komplettedition mit vielen Extras
Ähnlich verhält es sich bei dem Wort premium. Was sagt uns der Duden zu dem Wort? Ein Wort, welches in der Wirtschaft und in der Werbesprache gebraucht wird und für besonders hochwertig steht. Was heißt hochwertig eigentlich? Das man etwas erwirbt, wo der beste Qualitätsanspruch dahintersteht. Es steht für eine Ware, die so hochwertig ist, dass es besser gar nicht mehr werden kann. Schon allein aus dieser Definition verbietet sich die Verwendung des Wortes premium für iOS-Spiele und ich möchte auch ausführen warum.

Als sogenanntes „Premium-Modell“ bezeichnet man neuerdings Spiele, die normal verkauft werden. Also nicht kostenlos angeboten werden um sich über In-App-Käufe zu finanzieren, sondern die man einmal bezahlt und normal spielen kann ohne mit Werbung und In-App-Käufen genervt zu werden. So weit so gut. Aber macht dieser Umstand ein Spiel wirklich schon zu einem Premium-Spiel, das heißt, zu einem Spiel mit solch einem hohen Qualitätsanspruch, dass es besser gar nicht mehr werden könnte? Ich sage: Nein. Denn es fehlt etwas sehr entscheidendes bei iOS-Spielen: Der Mehrwert sowie die zeitlich unbegrenzte Verfügbarkeit!

Als Beispiel für das, was ich unter premium verstehe, möchte Sammeleditionen von PC- und Konsolenspielen anführen. Diese kommen nicht selten in einer besonders hochwertigen und stabilen Verpackung. Der Inhalt ist also besonders gut vor Außeneinwirkungen geschützt. Neben dem eigentlichen Spiel liegen häufig viele Extras dabei. Sei es große Karten bei einem Rollenspiel, ganze Bücher mit exklusiven Geschichten zur Spielewelt oder hochwertige Artwork-Designs. Das gibt mir als Spieler einen Mehrwert: Ich kann noch viel tiefer in die Welt eintauchen. Es ist eben doch ein Unterschied, ob ich nur kalte nackte Daten habe – oder ob ich ein zusätzliches, dickes Buch in den Händen halten kann. Ich kann fühlen, lesen, anschauen – erleben! Soundtrack-CDs, mit denen ich die Ohrwürmer eines Spiels auch hören kann, wenn ich nicht gerade das Spiel spiele. Sie geben mir den Mehrwert die Musik ganz in Ruhe genießen zu können ohne störende In-Game-Geräusche. Besonders bei klassischen Kompositionen von einem Orchester eingespielt ein Hochgenuss!

Premium3
Loom (1990) inklusive dem professionell aufgenommenen Hörspiel
Poster, die ich mir einrahmen und wie ein Kunstgemälde anschauen kann. Oder wie wäre es mit Hörspielen, die einem die Vorgeschichte eines Spieles näher bringen? Wie vor 25 Jahren beim LucasArts-Klassiker Loom oder vor einigen Jahren beim deutschen Rollenspiel Drakensang für den PC? Auch das bietet Mehrwert für das eigentliche Spiel. Genauso wie das exklusive Kartenspiel in der Complete Collection der Heroes of Might and Magic Reihe. Häufig bieten solche Sammlerboxen Merchandise wie T-Shirts, DVDs mit Making-Of-Videos und Dokumentationen, Actionfiguren und andere Goodies. Auch das ist ein netter Service an die Fans.

Ich bin ein großer Fan von solchen Editionen. Bei Spielen, CDs, Filmen und Serien. Besonders wenn sie sinnvolle Goodies beinhalten, womit man sich außerhalb des eigentlichen Spiels, der Musik oder des Films noch stunden mit beschäftigen kann. Es gibt mir nicht nur das Gefühl etwas Edles zu besitzen, zumal die meisten Sammeleditionen streng limitiert sind. Richtig umgesetzt und mit Liebe gestaltet erweitern sie ein Produkt um viele Facetten.

Aber entscheidend bleibt etwas anderes: Ich kann Spiele auf Datenträgern, sei es mit oder ohne Sammeledition, auch noch in 20 Jahren spielen! Ich kann heute noch meine alten CD-Roms mit den frühen Lucas-Arts-Adventures aus meinem Regal holen und auf meinem PC installieren. Programme wie DosBox, ScummVM, QEMU oder Microsoft Virtual PC sei Dank – und das alles komplett legal und super einfach!

Premium4
Limitierte Tales of Monkey Island Schatzkiste von Telltale
Was aber kann ich machen, wenn ich die iPad-Versionen von Monkey Island 1 und 2 spielen möchte und diese nicht gekauft habe, bevor diese aus dem App Store genommen wurden? Vielleicht, weil ich erst letztens in einem Artikel davon erfahren habe, dass es davon auch mal iPad-Versionen gab? Ich muss mir umständlich einen Jailbreak auf das iPad installieren und anschließend die .ipa Dateien irgendwo von einer illegalen Seite runterladen. Meistens aus Russland oder China. Und setze dazu meinen Rechner dem Risiko aus Schadsoftware einzufangen. Und selbst wenn ich beide Spiele ursprünglich im App Store gekauft habe und noch unter „Käufe“ legal herunterladen kann: Wer garantiert mir, dass beide Spiele auch noch mit iOS 9 oder iOS 10 spielbar bleiben?

Wo wir wieder bei der besten Qualität angelangt wären, denn genau das bedeutet das Wort „premium“ nun einmal. Für mich heißt beste Qualität nicht nur, dass ich etwas in der Hand halten kann und vielleicht noch tolle Goodies in einer Collectors Edition bekomme. Für mich heißt diese Qualität in erster Linie auch eine zeitlich unbegrenzte Verfügbarkeit! Immerhin habe ich dafür mal Geld bezahlt – ob 5€ oder 50€ ist dabei egal. Auf dem PC habe ich legale Tools um alte Spiele auch auf neuen Betriebssystemen problemlos starten zu können. Bietet Apple einen Kompatibilitätsmodus zu alten iOS-Versionen an oder lässt mich Downgrades zu früheren iOS-Versionen durchführen? Nein. Vielmehr löscht der Konzern aus Cubertino sämtliche Spiele, die nicht mehr mit der neuesten Version des Betriebssystems kompatibel sind aus ihrem Store. Und wenn man vorher für ein Spiel bezahlt hat und es dann nicht mehr lauffähig ist: Pech gehabt!? Unter bester Qualität verstehe ich wirklich etwas anderes…

Das sogenannte „Premium-Modell“ ist also nichts anderes als ein Marketingbegriff. Mit dem Unterschied, dass die Bedeutung auch hier zu 180° umgedreht wurde! Daher verstehe ich nicht, wieso Blogger und Journalisten nicht müde werden diesen Marketingbegriff in ihren Artikeln immer wieder zu verwenden (was haben Marketingbegriffe allgemein in journalistische Inhalte zu suchen?). Nur weil ein Spiel Geld kostet, ist es noch lange nicht premium. Von der ganzen oben beschriebenen Problematik und den Gegenbeispielen abgesehen: Es gibt nun mal auch schlechte und mittelmäßige Spiele die Geld kosten. Und auf die Erklärung, wie auch ein schlechtes Spiel eine hochwertige Qualität besitzen kann, warte ich in der Tat noch heute…

Versteht mich nicht falsch! Natürlich bin ich begeistert von vielen iOS-Spielen. Ich finde es toll, welche Technik heutzutage transportabel ist und was für kreative Spielideen mit einem Touchscreen umgesetzt werden können. Ich liebe mein iPad nicht nur als Spielstation, sonder auch als Ebook-Reader, mobiles Kino und Abspielstation vieler TV-Serien und Musik. Ich nutze es als Podcast-Empfänger, Radiogerät, GPS und Navigationsgerät Das finde ich wirklich alles ganz schnicke, glaubt mir. Aber vielleicht liegt es auch am Alter, ich weiß es nicht: Ich werde schön designte Sammelboxen eines Spiels jederzeit der Downloadversion vorziehen. Ich werde eine Vinylplatte mit den schönen großen Coverartworks jederzeit einer MP3 vorziehen. Dinge in der Hand zu halten macht für mich eine Sache erst sinnlich. Es gibt mir einen ganz anderen Bezug und hilft mir den Wert von Kunst besser wertschätzen zu können. Ein klassisches Buch kann ich hin und her blättern. Ich kann es spüren und riechen. Ich liebe alte Bücher, dessen Seiten sich alt anfühlen und vergilbt sind. Es gibt mir dieses Gefühl, dass diese Bücher tatsächlich eine Historie und schon viel miterlebt haebn. Digitale Daten dagegen bleiben für mich immer nackt und kalt – ohne jegliche Persönlichkeit. Und genau dieses Gefühl ist für mich entscheidend, ob ich etwas als beste Qualität wertschätzen kann oder nicht…

P.S.: Mit diesem diesem Hintergrund ist natürlich auch der Begriff freemium – also die Zusammensetzung aus free und premium – kompletter Humbug. Was da streckenweise für menschenverachtende Entwickler hinter stehen, können euch die beiden Spielejournalisten Jochen Gebauer und Andre Peschke in Folge 5 des wirklich hörenswerten Podcast Auf ein Bier (Homepage | iTunes-Link) besser erklären als ich in kurzen Sätzen.

Über Axel

Reviews und Artikel von einem Vollblutgamer für Vollblutgamer. Manchmal hemmungslos subjektiv, immer mit einem leichten Augenzwinkern und vor allem ehrlich. Das erwartet Euch in meinen Artikeln hier in der AppGemeinde. Seit 1991 bin ich leidenschaftlicher Gamer, Nintendo- und Retro-Nerd sowie großer Fan von Rollenspielen, Adventures, Puzzlespielen und alles was irgendwie kreativ mit dem digitalen Medium umgeht. Game Center ID: "Axel | Appgemeinde.de" (ohne die ")
  • yoppie

    Hey, ihr gehört ja wirklich zwei komplett unterschiedlichen Lagern an. Einer mehr retro-orientiert und an Originalen interessiert, der Andere eher in Richtung Alles was neu ist und glänzt. Jeder wie er es mag. Ich persönlich kann mich mit der Einstellung von Tobi aber auch weniger anfreunden. Du schreibst es selber: Du hast dich mit den digitalen Downloads „abgefunden“. Das sagt Alles. Vielleicht wird du dich in ein paar Jahren auch mit der Vorratsdatenspeicherung und dem Sammeln deiner Daten im Big Data abgefunden haben. Nur weil man sich nach einiger Zeit mit etwas abfindet, muss es noch lange nicht gut sein. Es wird ja wohl keiner bestreiten, dass der Trend zu den Downloads, DLC’s und In-App käufen, hauptsächlich die Taschen der Hersteller füllen sollen. Die haben jetzt kein Interesse, dass jemand sein Original aus dem Schrank zieht und das alte Spiel noch einmal zockt oder vielleicht sogar weiter verkauft. Nein, beim Wechsel von der alten auf die neuen Konsole, sollte man sich die gleichen Spiele am Besten gleich nochmal im digitalen Store kaufen, wenn’s gut läuft vielleicht als HD-Remake. Das muss Alles Fast-Food sein, kurz gezockt, dann wird das Spiel aus dem Store genommen und der Server abgeschaltet…kauft gefälligst was Neues.

    Wenn man alte Games zockt, muss man nicht gleich ein Retro Nerd sein. Wir haben alle Möglichkeiten Neues mit Altem zu kombinieren und das ist so mein Ding. Ich kaufe mir etliche neue Games, Fime und Musik, freue mich aber, auch das alte Zeug zu geniessen. Wie gesagt, das gilt nicht nur für Games, sondern besonders auch für Musik. Da würde sich auch keiner damit abfinden, wenn man z.B Pink Floyd oder die Stones nicht mehr auf dem Iphone10 anhören könnte. Könnte aber so kommen, wenn alle nur noch bei den Streamingdiensten angemeldet sind und die Musik da halt nicht vorhanden ist. Warum gibts bei meinem benachbarten Elektronik Discounter wieder ein großes Regal mit Vinyl Platten? Warum kommen die Presswerke bei der steigenden Nachfrage nach Vinylalben nicht mehr nach? Wieso ist das Add-on für ein bekanntes MMO in der boxed Version mit Artwork-Buch etc. irre teuer, aber trotzdem innerhalb von Tagen ausverkauft?? Weil in einer Welt voller digitaler Downloads, die beliebig kopiert werden können und Nicht mehr sind, als ein flüchtiger magnetischer Zustand auf einem Speichermedium, ein Original (in der Hand) einen echten, wirklichen Wert darstellt und somit teuer wird.

    Ich für meinen Teil könnte mich auch nicht von meiner CD oder Plattensammlung trennen.

    Ach ja und bei den Spielen kombiniere ich wie gesagt Altes mit Neuem so wie es mir gefällt. Da will ich mich in keine Retroschublade schieben lassen und auch nicht auf das beschränken was gerade Neu ist und auf dem aktuellen Gerät läuft. Was gibt es Besseres als zwischendurch ein gepflegtes Centipede auf dem Touchscreen aus der Atari Anthology App oder H.E.R.O. aus der Activision App? Klar, wenn natürlich die Grafik als Maß aller Dinge über dem Spielspass steht, kann man darüber schon die Nase rümpfen. Aber, wie gesagt. Jeder wie er es will und ich bin mit mir zufrieden, dass ich mich nicht gleich mit Allem abfinde, was sich die großen Hersteller so einfallen lassen.

    • Axel

      „Hey, ihr gehört ja wirklich zwei komplett unterschiedlichen Lagern an.
      Einer mehr retro-orientiert und an Originalen interessiert, der Andere
      eher in Richtung Alles was neu ist und glänzt.“

      Jup, andernfalls wäre der Blog hier aber auch arg langweilig, wenn nicht zwei sehr unterschiedliche Charaktere mit unterschiedlichen Ansichten und Wertungskritierien hier schreiben würden. 😀

  • Soup

    Um das mal kurz zusammen zu fassen: Du sagst, iOS-Spiele können niemals Premium sein, weil ein iOS-Spiel mit Premium-Preismodell nicht zeitlich unbegrenzt spielbar ist. Des Weiteren sind iOS-Spiele kein Premium, weil sie keine physikalischen Datenträger, Verpackung und Zusatzbeigaben bieten.

    Ich finde, beides sind ziemlich wackelige Aussagen. Unbegrenzte Spielbarkeit, laut deiner Definition, trifft ja auf alle digitalen Medien zu (Steam, AppStore, Amazon Download, iTunes, GoG, DVDs, CDs, Disketten usw.). Nun versuch mal deine Special-Edition BluRay auf einem iPad oder modernem Laptop ohne optisches Laufwerk abzuspielen. Wie installierst du denn Monkey Island 2 von seinen fünf 3,5″-Disketten? Wie hörst du denn deine CDs auf deinem Smartphone? Letztlich musst du darauf hoffen, dass du deine Inhalte immer wieder in neue, lesbare Formate konvertieren kannst. Ist das nicht der Fall, sind Inhalte immer an ihr Medium gebunden. Gibt es keinen Emulator, sind deine Retro-Spiele funktionsunfähig. Selbst heute sind sie ggf. funktionseingeschränkt. ABER: Würdest du diese Spiele bspw. bei GoG oder Steam kaufen, hast du die Garantie, dass sie (zumindest so lange der Dienst besteht) auf allen aktuellen Systemen laufen.

    Zu deinem zweiten Punkt wäre anzumerken, dass ein Premium-Spiel nicht durch seine Verpackung und Extras zum Premium-Spiel wird, sondern durch das Spiel ansich. Was du meinst sind im allgemeinen Collectors oder Special Editions. Zumal das auch im Kontext des AppStores weltfremd erscheint. Und viele Leute (mich eingeschlossen), wollen gar keine leeren Verpackungen zu Hause haben, Kiddie-Poster und langweilige Artbooks. Ich hätte mir auch niemals die Special Edition von Herr der Ringe kaufen sollen, weil die viel längere Spielzeit den Film auch nicht besser macht, sondern nur mehr Sitzfleisch erfordert. Die Bonus-DVDs habe ich sogar niemals angeschaut.

    Grundsätzlich glaube ich, du vermischst da ein paar Begriffe. Ein „Premium-Preismodell“ (Einmalpreis) ist was anderes als ein „Premium-Spiel“ (Gameplay, Spielzeit, Technik, Qualität nach Kontext) oder „Premium-Preis“ (hoher Preis) oder „Premium-Qualität“ (dein „besser geht nicht“) oder „Premium-Sonstwas“ (abhängig vom Kontext).

    „Premium“ ist keine zeitlich unabhängigen
    Nutzung. Ich kann mir bspw. auch „Premium-Karten“ für ein Konzert
    kaufen, das aber nicht immer und überall hören. Ich habe nur irgendwelche Boni gegenüber einem normalen Ticket. Premium ist nicht gleich Premium. Die Anforderungen an ein Premium-Eis sind andere als an einen Premium-Kühlschrank. „Premium“ heißt erst einmal nur „Besser als der Rest“ und nach dem Marketing-Filter „Besser als der Durchschnitt“ – zumindest aber heißt es, dass es bei der Entwicklung einen hohen Qualitätsanspruch gab (ob umgesetzt oder nicht). Und das gilt eigentlich auch für ein iOS-Premium-Spiel (besser als der Rest/Durchschnitt), oft auch verbunden mit einem Premium-Preis (höher als der Durchschnitt). Aber immer im Kontext des AppStores und im Kontext des Genres (ein Puzzel-Spiel für 3,99 € wäre ein Premium-Preis, aber günstig im Verhältnis zu einem Konsolen-Port für 14,99 €, der wiederum günstig ist zu seiner XBOX-Version für 59,99 €).

    Noch mal zurück zur unbegrenzten Verfügbarkeit: Ein Premium-Spiel/-Preismodell heißt in der Tat unbegrenzte Verfügbarkeit, aber im Rahmen der iOS-Plattform. Ohne weitere Kosten, ohne Ads, ohne Wartezeiten und all die anderen Unsäglichkeiten moderner Monetarisierung. Also ebenso wie deine reine DVD unbegrenzt anschaubar ist, aber natürlich irgendwann auch kaputt geht. Ebenso wie dein PC-Spiel mit schicker Verpackung, dass aber an einen Dienst gebunden ist, der 5 Jahre später eingestellt wird. Oder das Konsolen-Spiel, was nicht mehr auf der nächsten Generation läuft – und wenn deine Konsole kaputt ist, gar nicht mehr.

    Was ich mir aber bei dem Titel statt einer realitätsfremden Forderung nach physikalischem Ballast und Wort-Reiterei eher vorgestellt habe, ist die Darstellung, warum iOS-Spiele tatsächlich niemals Premium-Titel sein können. Und das können sie meiner Meinung nach nicht, weil der AppStore (und eigentlich der komplette Mobile-Markt) preislich komplett kaputt ist. Man hat die Kunden jahrelang zu minderwertiger 99-Ct-Ware erzogen, dann mit kostenlos gekontert und trotzdem jahrelang Support gegeben. Und damit sind einige wenige Entwickler wirklich sehr gut gefahren und reich geworden. Aber das funktioniert natürlich nicht auf Dauer. Und das jetzige Zurückrudern wird vom Kunden nicht akzeptiert und wird sich jahrelang hinziehen. Und die wenigen Premium-Apps/-Spiele im AppStore sind entweder Konvertierungen von älteren PC-/Konsolen-Spielen (XCOM) oder verdienen ihr Geld woanders (Evernote, Microsoft, Dropbox). Wer heutzutage einen reinen iOS-Premium-Titel releasen will, ist wahnsinnig. Viele ehemalige iOS-Premium-Spiele releasen auch auf Android, PC/Mac/Linux oder gar Konsolen. Und sie hätten sich sicherlich gewünscht, dass sie es andersherum gemacht hätten. Damit wird der AppStore zum sekundären Release-Channel.

    Damit einher spielt auch die Unerfahrenheit vieler Entwickler, was Marketing und Unternehmensführung betrifft. Eine iOS-App ist schnell zusammengebaut. Bei der Vermarktung, Support-Kosten und langfristiger Monetarisierung haben wenige Erfahrung. Heute sehe ich, dass viele ehemalige Premium-Apps auf eigene Ökosysteme (Cloud) setzen, um langfristige Erlöse einzufahren. IMO Quatsch, weil ich brauche in meinem RSS-Reader kein Abo-Modell für irgendwelche Suchen oder in meiner Zeitmanagement-App keine proprietäre Cloud-Lösung mit Abo, weil es dafür eh immer Dropbox oder iCloud gab. Die Entwickler müssen sich davon verabschieden, einmal eine nette, kleine (auch erfolgreiche) App gebaut zu haben und dauerhaft hohe Rendite einfahren zu können. Sie sollte viel eher ihre Energie in neue Apps investieren, über die sie den Support für die alten Apps querfinanzieren. Viele Entwickler haben sich auch mit F2P komplett in den Sand gesetzt. Die spätere Monetarisierung sollte von Anfang an in die Entwicklung der App einfließen. Wenn ich keinen Markt sehe, der 100 € für meine App bezahlt, dann muss ich weniger Aufwand in die Entwicklung stecken. Wenn meine App kontinuierlichen Support braucht, muss ich von Anfang an einen Mehrwert für Abomodelle liefern. Und manche Apps sind einfach auch nicht mehr als ein Hobby und dann sollte man es auch dabei belassen.

    Und der vierte Knackpunkt ist die Zugänglichkeit der Plattform. Es ist einfach unpraktisch stundenlang vor dem iPad zu sitzen (Akkulaufzeit, Informationsdichte, Ergonomie), vom iPhone ganz zu schweigen. Stimmung, Spielwelt und ihre Immersion ist so schwer aufzubauen. Davon leben aber Premium-Titel.

    Der fünfte Negativ-Punkt war früher mal ein Plus-Punkt: Man kann neue Zielgruppen ansprechen. Bis man rausbekommen hat, dass es schon einen Grund gibt, warum die vorher nicht gespielt hatte. Mit ihr kann man langfristig kein Geld verdienen (das gleiche Schicksal teilt auch die Wii). Für die Hardcore-Gamer ist aber wiederum die Plattform zu unpraktikabel, die Leuten kennen das Spiel auch von anderen Plattformen und allgemein ist die Zielgruppe zu klein um dort Premium zu releasen. Und für die Durchschnittsspieler ist der Markt gesättigt und außerdem gelten auch hier alle anderen Punkte.

    Und der sechste Punkt hat was mit dem ersten zu tun: Nach der Goldgräberstimmung in verschiedenen Wellen ist der AppStore voll mit App-Leichen, MeToo’s, schlechten Apps, guten Apps und allem dazwischen. Keiner findet mehr was, gekaufte Reviews tun ihren Rest und selbst Apples Recommendations sind nicht verlässlich. Mich würde nicht wundern, wenn Apple bald massiv sinkende Verkaufszahlen des AppStore melden muss, so wie sich der Markt derzeit in den Medien anfühlt.

    iOS (und Mobile allgemein) kann also niemals Premium sein, sondern ist vom einstigen Vorzeige-Medium auf einen Zweitverwerter-Rang abgestiegen. Und lustigerweise sieht man das auch in den aktuellen Releasen. Wann gab es denn mal das letzten geile Spiel oder App? Wann war der letzte Hype? Alle Blogs, die ich zu dem Thema lese sind mittlerweile auch ganz schön eingeschlafen.

    • Axel

      Vielen Dank für Deinen Kommentar. Und Du hast natürlich in dem zweiten Teil Deines Kommentars auch zu 100% recht. Dem schließe ich mich an. Der iOS App Store ist in der Tat nur noch zum Zweitverwertungskanal mutiert. Die richtig guten Spiele sind alles Ports vom PC und anderen Konsolen und Handhelds. Da gab es definitiv Zeiten, da war es besser durchmischt. Aber ich sehe gerade in letzter Zeit durchaus eine Steiegerung was exklusive Titel betrifft. Beispiele wären ja Til The Mornings Light oder Forgotten Memories. Es stimmt aber, dass in der Breite nicht mehr sooo viel Qualität vorhanden ist wie noch vor 2-3 Jahren.

      Es gibt durchaus Geheimtipps, die ich in meiner spärlichen Zeit hier ja auch immer wieder vorstelle, diese werden aber wirklich nicht groß beworben. Natürlich auch weil die Developer nicht das nötige geld dazu haben. Und gleichzeitig fehlt einfach ein vernünftiges Qualitätsmodell im App Store. Das Ding wird täglich überfüllt mit viel mist und da die Perlen herauszufiltern ist nicht sonderlich leicht.

      Es erinnert ein wenig an der Videospielcrash 82/83 wo auf dem Atari 2600 extrem viel Mist erschien und aufgrund der schlechten Qualität der junge Spielemarkt in ne tiefe Krise gestürzt wurde. Ähnliches lässt sich derzeit auch in den App Stores beobachten, wo die Verkäufe in den Keller gegangen sind. Auch F2P-Games zünden nicht mehr wie noch vor ein paar Jahren. Sämtliche Hersteller dieser Spiele mussten im letzten Jahr massive Gewinneinbußen hinnhehmen und manche haben sogar Verluste gemacht. Man hat da einfach die Schraube zu weit gedreht.

      Zum ersten Punkt: Für mich ist es schon wichtig, dass ich etwas auch sammeln kann, wenn ich dafür Geld bezahle. Konsolen und physische Datenträger gehen nicht so schnell kaputt, wenn man sie pfleglich behandelt und gut lagert. Es macht mir heute einfach mehr Spaß ein Gameboy-Spiel auf dem alten Gameboy zu spielen als in einem Emulator. Es ist einfach ein anderes Feeling. Genauso sieht es mit stationären Konsolen aus. Was auch daran liegt, dass die Emulation bis heute ab den 16-Bit-Konsolen nicht 1:1 genau funktioniert (Stichwörter: Erweiterungschips des SNES oder der Mega CD Aufsatz für den Mega Drive von Sega).

      Und nur weil man ein neues Gerät hat, muss man ja das alte gerät nicht entsorgen. Weil ich eine Wii U habe muss ich ja nicht Gamecube, N64, SNES und NES entsorgen. Und für heutige Computersysteme kann man immer noch USB-Laufwerke für Disketten aller Größen kaufen. Die sind nicht mal teuer. Also kann ich auch die alten Disketten weiter nutzen.

      Und Computersysteme werden immer optische Eingänge haben. Es gab ja mal eine Zeitlang diese Netbooks ohne großartige Anschlussmöglichkeiten. Die Dinger sind grandios gefloppt.

      Zu PC-Spielen und Steam: Es ist richtig, dass derzeit noch Spiele verkauft werden, die nur mit Steam-Anbindung funktionieren. Da verzichte ich dann aber drauf und damit bin ich echt nicht alleine. Schau mal rüber ins Adventure-Treff-Forum oder ähnliche Gaming-Foren. Da gibt es sehr viele, die ein Spiel nicht mit dem Arsch anschauen, wenn es Steam-Zwang hat. Und da gehen mittlerweile immer mehr Publisher auch wieder weg vom Steam-Zwang. Es ist eine nette Plattform für digitale Distribution, aber die Vernetzung zu Spielen auf Datenträgern als eine Art „Kopierschutz“ ist gefloppt. Das haben die Kunden nicht angenommen.

      Und ähnlich wie in den letzten Jahren Vinyl und in einigen Musikszenen sogar MC wieder einen kleinen Boom erfahren, wird es auch bei Computerspielen immer einen Markt für physische Datenträger geben. Spätestens wenn ein Dienst wie Steam oder GOG mal abgeschaltet werden wird und die Menschen realisieren, dass sie ihr hart erarbeitetes Geld für quasi nichts ausgegeben haben, werden auch im Spielebereich physische Datenträger wieder stärker in den Fokus rücken. Da bin ich mir sicher!

      Noch zu meiner Kolumne: Ich wollte einfach mal meine Definition von der bestmöglichen Qualität darstellen und für mich persönlich gehört es einfach dazu auch etwas in den Händen halten zu können.

      • Soup

        Ich bin mit deiner Einstellung total fein, auch wenn sie nicht gerade Mainstream ist. Denn trotz Mainstream gäbe es genügend am aktuellen Stand des AppStore zu bemängeln. Da muss man gar nicht so nerdig sein 😉

        Trotzdem bemerke ich bei vielen, inklusive mir selbst, dass bspw. Steam (vor 10 Jahren noch ein absolutes NoGo), heute voll akzeptiert ist und teilweise von den Kunden auch gewünscht wird. Klar weiß jeder, dass die Spiele an den Account gebunden sind, nicht weiterverkauft werden können und wenn Steam irgendwann mal dicht machen sollte, Polen offen ist. ABER: Jeder kauft bei Steam nur im Sale. Und dann sind 5 € pro Spiel keiner Zahl, der man hinterher weinen würde. (Übertreibung!)

        Ich habe bis vor wenigen Jahren auch viele Spiele und vor allem Software auch immer als Retail gekauft. Schon vorher hatte ich aus Bequemlichkeit alles auf meine externe HDD kopiert. Aber seitdem ich VDSL habe möchte ich auch nicht mehr die Verpackungen im Regal haben und habe dann auch immer die aktuellste Version. Platz ist durchaus auch ein Argument gegen Retail.

        Und zu optischen Medien: Ich wollte vor Jahren mal meine DVD- und CD-Backups auf Festplatten kopieren (aus Platzgründen). Ich hatte ungefähr 20% Ausfall! Egal wie alt die CD/DVD war (2 Wochen oder 10 Jahre), mit welche Geschwindigkeit sie gebrannt wurde (hab immer langsam, max. 8x gebrannt) oder ob Markenrohling oder nicht (hatte meistens BASF) … ich hatte überall Ausfälle. Klar halten gepresste DVDs/CDs länger, aber auch nicht ewig. Vom zerkratzen reden wir mal gar nicht. Und Musik-CDs wurden eh immer erst direkt gerippt und dann eingemottet. Eine komplett digitale Musiksammlung hat schon diverse Vorteile in der Verwaltung, Playlisten und schneller Zugriff. Und Schwuppdiwupps ist das iPhone befüllt. Digitale Fotos ebenso.

        Was ähnliches gilt für die Hardware. So lange die alte läuft ist alles OK. Wenn die aber kaputt geht und Ersatzhardware zu Mondpreisen (wenn überhaupt) gehandelt wird, dann ist’s doof. Theoretisch könnte man ja auch argumentieren: Dann installiere deine Spiele einfach auf dem iPad/iPhone und aktualisiere nie wieder die Software/Hardware. Dann bist du quasi am gleichen Punkt: Never touch a running system. Apple löscht nichts von deinen Geräten, zwingt dich nicht zu aktualisieren … Dann musst du nur die Folgekosten tragen, wenn du das möchtest (du würdest ja sonst auch deine SNES verkaufen, um damit die nächste Konsole zu finanzieren).

        • Axel

          Ja, das Platz-Argument ist natürlich so ne Sache. Ich habe ja selber nur ne 43m² Wohnung weiß manchmal garnicht wohin noch mit dem Kram. Ich sortiere durchaus auch sehr regelmäßig aus und verkaufe wieder Dinge, die ich nicht brauche. Aber gerade Konsolen, aufwendig gestaltete Kompletteditionen und allgemein Raritäten an denen ich auch emotional einfach hänge, könnte ich nie gegen digitale Versionen eintauschen. 🙂

          Hätte ich mehr Platz, dann würde ich meine Sammlung auch quantitativ erweitern, so feile ich aber immer an der Qualität und an Dingen, die mir emotional sehr wichtig sind.

          Beispielsweise könnte ich mich nie von meiner CD-Sammlung (ca. über 1200 Stück) trennen, die ich mir seit 20 Jahren aufgebaut habe. Vor allem nicht, da es da ebenfalls extrem viele Raritäten gibt, Alben die mir viel Bedeuten, Bands mit denen ich viele Erinnerungen verbinde, usw. Das ist dann wirklich nochmal was anderes als nur MP3s zu haben. Sich die Booklets anzuschauen, zu sehen wie die Musiker über die Zeit älter geworden sind. Vieles was ich hier habe findet man auch nicht mehr ohne weiteres im Internet (mein Musikgeschmack war immer sehr abseits des Mainstreams), weil es die alten Labels schon lange, lange nicht mehr gibt, die Musiker selbst nicht mehr aktiv sind, usw.

      • Um mal zum Punkt „Zweitverwertungsmarkt“ dagegenzuhalten:

        Gerade im AppStore gibt es aber auch (wie nirgendwo sonst) die Chance für kleine Indie-Entwickler ihr Spiele ohne Publisher an eine große Öffentlichkeit zu bringen – lediglich die 99$ im Jahr, eine gute Spielidee und etwas Marketing. Sonst wären Spiele wie 10.000.000 gar nicht möglich gewesen! <3

  • Axel

    Ich bin der Meinung, Du siehst das zu kurz. Denn meine Überlegungen, die zu diesem Kommentar führen, gehen weiter als Du Dir es gerade ausmalst. Denn der Hintergrund geht noch etwas weiter.

    Wir leben in einer Zeit wo Menschen Medien erstmal mit einer starken Grundskepsis begegnen. Wie oft liest man unter Reviews oder allgemein Artikel zur Unterhaltung: „Ach, Ihr macht doch eh nur WERBUNG dafür“? Gerade im Videospieljournalismus ist das extrem verbreitet. Schau Dir mal die Kommentarspalten an bei 4Players, Gamestar, GamersGlobal, usw.

    Und ich kann Dir auch sagen woran das liegt: Der übermäßigen Verwendung von Marketingbegriffen in Artikeln. Und das ist wirklich eine Gefahr für die Glaubwürdigkeit. Wenn ich ein Spiel hier in dem Blog empfehle, dann möchte ich natürlich auch, dass der Leser dies als Empfehlung wahrnimmt und nicht als Werbung. Das erreiche ich aber nicht, wenn ich mit Marketingbegriffen um mich schmeiße. „Premium-Modell“ – so redet doch kein normaler Mensch! Wenn ich aber sage: „Hey, das ist ein gutes Spiel“ weiß JEDER sofort was gemeint ist und es liest sich nicht wie aus einer PR-Agentur, sondern wie von einem guten Kumpel, den man vertraut.

    Das sind Dinge die im Unterbewusstsein ablaufen. Es gibt nunmal bestimmte Wörter und Phrasen, die man vornehmlich aus der Werbung kennt und die man im Unterbewusstsein immer damit verknüpfen wird. Da kannst Du noch so oft sagen „aber wir haben doch 2015“. Da können wir auch 2025 haben – Ein Gefühl für Sprache ändert sich nicht über Nacht. Die ganze Lügenpresse-Debatte zeigt das doch!

    Du sagst Sprache wäre im Fluss. Ich höre das immer aus dem Lager der Leute, die am liebsten alte Bücher von Astrid Lindgren zensieren und Bücher allgemein genderisieren und einer diffusen „political correctness“ unterwerfen möchten. Wo aus einem „Negerkönig“ ein „Südseekönig“ wird. Nur komisch, bisher kam noch niemand auf die Idee Schiller oder Goethe zu zensieren, weil sich deren Geschichten nicht mehr modern lesen… Kommt aber bestimmt noch und dann ist die Kultur tot!

    Sprache ist etwas wichtiges und wir sollten gemeinsam darum kämpfen, dass Sprachkultur lebendig bleibt, aber nicht verfälscht. Ich möchte nicht in einer Zeit leben wo ein „Opfer“ als Synonym für schwach gilt. Denn die Folge: Am Ende heißt es bei einem Bericht „Er wurde Opfer eines Mordes“ wohl noch: Selbst schuld – wieso lässt sich der Schwächling auch umbringen? Wenn wir das mal zuende denken, ist das die logische Konsequenz daraus, wenn Bedeutungen von Sprache zu 180° umgekehrt werden. Nur mal so als Beispiel…

    Ich bin übrigens lange nicht der Einzige, der sich über diesen Sprachwandel Gedanken macht. Aber der Allgemeinheit scheint das wohl nicht zu stören… Was ich langfristig für gefährlich halte.

    “ Du bist ein Retro-Nerd und lebst noch beim Spielen 1995 oder würdest das gern.“

    Danke für das Kompliment. Damit würdest Du also sagen, mein Geschmack wäre aus der Zeit gefallen? Ich könnte es auch positiv sehen: Mein Spielegeschmack ist zeitlos und nicht einem Trend unterlegen. 😉