Vorsicht mit der Foto-App Prisma

Sicher haben viele von euch die Foto-App Prisma fürs iPhone im AppStore entdeckt, wurde sie doch recht offensiv und großflächig von Apple beworben. Auch ich habe die App probiert und war recht begeistert von den guten Ergebnissen der zahlreichen Filter, die vor allem mit guten Zeichnungs- und Malergebnissen begeisterten.

Soweit zu den positiven Aspekten der kostenlosen App. Jetzt las ich aber in einem Artikel bei c’t, das die Foto-App des russischen Entwicklers zwar technisch brillant ist (sie nutzt Schwarm-Intelligenz), jedoch eklatante Sicherheits- und Datenschutzmängel aufweist. Dies wird zudem sehr versteckt in den ellenlangen englischen Nutzungsbedingungen nebenbei erwähnt: Hier die wesentliche Stelle

… you hereby grant to Prisma a non-exclusive, fully paid and royalty-free, transferable, sub-licensable, worldwide license to use the Content that you stylize on or through the Service, subject to the Service’s Privacy Policy, available here http://prisma-ai.com/privacy/, including but not limited to sections 3 (“Sharing of Your Information”) and 4 (“How We Store Your Information”). Some of the Service is supported by advertising revenue and may display advertisements and promotions, and you hereby agree that Prisma may place such advertising and promotions on the Service or on, about, or in conjunction with your Content. The manner, mode and extent of such advertising and promotions are subject to change without specific notice to you.”

Prisma Filter App
Sieht gut aus. Aber…

Ist euch zu lang, zu kompliziert und zu englisch? Das ist sicher Absicht. Nochmal auf deutsch: Wenn ihr ein Foto mit Prisma bearbeitet, passiert das nicht auf eurem Smartphone oder Tablet, sondern auf dem Server des Entwicklers – ihr ladet es also dort hoch. Noch erschreckender: Mit dem Hochladen erlaubt ihr dem Entwickler laut Nutzungsbedingungen eure Fotos zu benutzen, zu verkaufen, als/mit Werbung zu nutzen und zu veröffentlichen. Daher rate ich euch dringend vom Gebrauch der App Prisma ab!!! Wie in diesem Artikel hier erläutert, wurden schon Millionen Bilder hochgeladen… Die Seite Maclife beschäftigt sich hier sogar mit der Frage, ob die Bilder nicht zum russischen Geheimdienst wandern könnten, da der Entwickler wohl sehr Putin-nah sei.

Schlimm ist vor allem, dass dies nicht transparent beim ersten Start dem Nutzer klar gemacht wird. Und das Apple eine App mit solch desaströsem Vorgehen auch noch bewirbt, wo sie sich doch sonst so stark für die Sicherheit der Daten ihrer Nutzer machen.

Und als ob dies noch nicht genug schlechter Nachrichten wären, gibt es gleich auch noch eine Nachmacher-App namens Prisma Pro, die sich frech das Logo und die Bilder in die AppStore-Beschreibung kopierte und für einen Preis von rund 3€ ordentlich Geld generierte – mit dem sie es sogar in die Charts der meistgekauften Apps schaffte. Natürlich funktioniert sie nicht einmal, was jede Menge verärgerte Nutzer nach sich zog. Erhältlich ist die App immer noch – auch hier muss man wieder ein Fragezeichen Richtung Apple stellen, da sicher schon viele ihr Geld wieder eingefordert haben und die App bekannt sein sollte.

Original und Fälschung – lasst von beiden am besten die Finger…

Prisma Photo Editor
Prisma Photo Editor
Entwickler: Prisma labs, inc.
Preis: Kostenlos+

Das zeigt, das man genauer hinsehen sollte… immer mal nachforschen, was eine App sendet (offline probieren, Nutzungsbedingungen lesen) bevor man persönliche Dinge wie Fotos darin benutzt und das die Seite von c’t ein lesenswerter Blog ist. Und wenn ihr auf der Suche nach einer guten App mit dieser Funktion seid, dann empfehle ich euch unbedingt Brushstroke – sieht besser aus und sendet keine Daten. Versprochen.

Brushstroke
Brushstroke
Entwickler: Code Organa
Preis: 4,99 €+

Über Tobi

Tobi gründete die AppGemeinde 2010 und führte sie sieben Jahre lang fast im Alleingang mit Liebe zum Zocken fort - bevor er sie 2018 abgegeben hat. In dieser Zeit veröffentlichte er hier rund 2.500 Artikel.