Review: Retro Winter Sports 1986 – Alte Sportler alt präsentiert

Die guten, alten Zeiten. Videospiele zu Weihnachten auf dem 386er, mit dabei natürlich Winter Challenge von Accolade. Wer sich auch im Jahre 2016 in diese sportlichen Retro-Gefilde stürzen will, kann hierzu Bitfather's Retro Winter Sports 1986 laden. Was zudem eine gute Gelegenheit ist, zu klären, ob sich die guten alten Zeiten immer…

Retro Winter Sports 1986

Gesamtwertung

Leser-Wertung: Sei der Erste!
70

Die guten, alten Zeiten. Videospiele zu Weihnachten auf dem 386er, mit dabei natürlich Winter Challenge von Accolade. Wer sich auch im Jahre 2016 in diese sportlichen Retro-Gefilde stürzen will, kann hierzu Bitfather’s Retro Winter Sports 1986 laden. Was zudem eine gute Gelegenheit ist, zu klären, ob sich die guten alten Zeiten immer noch so gut anfühlen…

Die technischen Details zuerst: Das Wintersport-Spiel bietet die sechs Disziplinen Slalom, Biathlon, Skispringen, Eisstock-Schießen, 2er-Bob und Skating. Man kann seine Nation und einen kleinen Avatar wählen und die Sportarten erst trainieren und dann als Wettkampf  starten. Dazu gibt es noch einen Hot Seat Modus, bei dem bis zu 8 Spieler an einem iGerät nacheinander in Wettstreit gehen können.

Retro St. Pedro

Retro Winter Sports 1986
Pixel Galore FTW

Die Optik ist wirklich wie 1986, passend dazu haben die deutschen Entwickler von The Bitfather wieder einen grandiosen Trailer produziert. Aber so recht will bei mir der Funke beim Spielen nicht überspringen. Mit der wohl recht authentischen Optik kann ich noch leben, aber wenigstens bei der Präsentation hätte man das Ganze doch etwas modernisieren können. Beim „Wettkampf“ gibt es zum Beispiel keine große Einführung, eine einzelnen Screen für die Siegerehrung und auch so alles recht spartanisch. Spätestens hier hätte man dann doch eine Brücke in die Gegenwart schlagen und alles mehr ausschmücken können.

Immerhin wurde die Steuerung gut an den Touchscreen angepasst und funktioniert wunderbar analog. Zum Beispiel lässt sich beim Abfahrts-Slalom herrlich gefühlvoll durch die Tore wedeln, wie es damals mit der Tastatur nie möglich gewesen wäre. Auch wenn es nicht viele Sportarten gibt, sind die Anleitungen und Abläufe beim Steuern doch recht komplex und nicht besonders intuitiv. Hier hätte es wenigstens kleine Hilfs-Einblendungen geben können.

Viel Flair, wenig Inhalt

Retro Winter Sports 1986
Die Steuerung ist teilweise recht komplex.

Viele Spielmechaniken wurden wie in früheren Spielen gelöst. Das Zielen beim Biathlon erfolgt durch ein gut getimtes Touchen auf den Bildschirm, während das Zielkreuz hektisch um die Zielscheibe eiert. Beim Slalom toucht man statt möglichst schnell eher im richtigen Rhythmus, was einige Übung erfordert. Auf der anderen Seite war aber gerade das hektische Tippen auf der Tastatur doch immer der Spaßfaktor. Bei anderen Sportarten kann man eigentlich nicht viel falsch machen, Timing und zwei drei Trainingsläufe sind hier alles.

Das Spiel bietet mir aber mit seinen sechs Sportarten aber zu wenig Inhalt. Den kompletten Wettkampf hat man in rund 5 Minuten durchgespielt, hier hätte man gern noch mehr einbauen können – wenn schon alles so minimalistisch wie früher ist. Auch die Menüs orientieren sich am Jahrgang im Namen. Dinge wie das Einkleiden des Sportlers mögen vielleicht damals nicht üblich gewesen sein, wären aber eine willkommene Zugabe gewesen.

Der Hot Seat Modus für bis zu 8 Spieler, die nacheinander spielen, ist eine schöne Idee. Allerdings vermisse ich einen Splitscreen-Modus für das iPad, bei dem man sich gleichzeitig mit einem echten Gegenspieler messen kann. Dazu sind aber schon die Sportarten nicht besonders gut ausgelegt, von daher darf man sicher auch auf kein entsprechendes Update warten. Auf InAppKäufe verzichtet das Sportspiel komplett.

Das ziemlich originalgetreue Retro Winter Sports 1986 empfiehlt sich vor allem für ältere Spielsemester, die vor 25 Jahren schon Spiele dieser Art gezockt haben. Sie bekommen hier ein liebevoll gestaltetes Remake von Wintersport-Spielen dieser Zeit, wenn auch mit wenig Inhalten. Das hätte damals sicher gereicht, heutzutage hätten es gern mehr Sportarten und mehr Rundherum sein dürfen. Jüngeren Spielern dürfte die Präsentation zu spröde und karg sein. Auch ein Splitscreen-Modus hätte den Spielspaß noch einmal deutlich nach oben getrieben. So bleibt das kleine Premium-Spiel eine Retro-Perle für eine kleine Zielgruppe.

Über Tobi

Maximum Geekness. Alles fing mit dem Atari 2600 an, dann ein Atari 800XE mit Datasette, dann ein 486er mit 25Mhz und 80MB Festplatte. Und heute? Zocken! Am liebsten immer und überall. Und sonst? Alles mit Knöpfen, einem Display und bei dem man etwas einstellen kann ist interessant!