Review: Affinity Photo fürs iPad

Nachdem der Photoshop-Konkurrent Affinity Photo von Serif Labs vor kurzem erst den Sprung auf Windows geschafft hat, wurde zur diesjährigen WWDC von Apple auch Affinity Photo für das iPad vorgestellt. Das professionelle Bildbearbeitungs-Programm kostet nicht nur einen Bruchteil von Platzhirsch Photoshop (von dem es nicht mal eine echte mobile Version gibt),…

Affinity Photo

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Nachdem der Photoshop-Konkurrent Affinity Photo von Serif Labs vor kurzem erst den Sprung auf Windows geschafft hat, wurde zur diesjährigen WWDC von Apple auch Affinity Photo für das iPad vorgestellt. Das professionelle Bildbearbeitungs-Programm kostet nicht nur einen Bruchteil von Platzhirsch Photoshop (von dem es nicht mal eine echte mobile Version gibt), sondern verzichtet dazu auch auf ein Abo. Die mobile Version läuft auf den neueren iPads wie Air 2, iPad Pro und iPad 2017. Ich habe mir die Version für das iPad für euch angesehen…

Neulingen hilft beim Einstieg zwölf umfangreiche Tutorials, eine interaktive Einführung für die Bedienung sowie einige Beispiel-Projekte, an denen man den Workflow gleich festigen kann. So kommen selbst absolute Neulinge recht flott mit dem umfangreichen Programm zurecht.

Auch unterwegs wie die Profis arbeiten…

Affinity Photo Affinity Photo bietet auch auf dem iPad eine ganze Palette von professionellen Formaten und Tools, die man in anderen Apps vergebens sucht oder (wenn überhaupt) nur einzeln bekommt. Es geht schon los mit dem CMYK-Farbprofil, um auch unterwegs schon einen Entwurf für einen druckreifen Flyer zusammenzubauen. Dazu gibt es natürlich RGB, sowie HDR, Graustufen- und LAB-Farbräume.

Wichtig sind natürlich auch die Effekte für Photos. Hier findet man quasi alles aus der großen Desktop-Version: Werkzeuge für rote Augen, Unschärfen, Verzerrungen, Scharfzeichnen, Rauschen oder für Farben. Natürlich gibt es auch Ebenen mit Masken, Verläufe, Stempel- und Klonwerkzeuge zur Retusche (auch automatisch mit Restaurieren und Flecken entfernen) oder vorgefertigte geometrische Körper. Kurzum, hier hat man ein vollwertiges Photoshop / Affinity Photo mit unterwegs dabei!

Der größte Vorteil der mobilen Version ist schlicht, das man seinen Entwurf in genau dem Programm beginnt, indem man es dann auf dem heimischen Rechner weiterbearbeitet. Auch RAW Dateien lassen sich hier bequem bearbeiten.

Die Portierung für den Touchscreen des iPad ist gut gelungen, lediglich die Buttons hätten einen Tick größer (auf dem 9,7″ Display) sein können – aber man gewöhnt sich daran. Das dunkle Interface ist Deutsch und lässt sich nach einer kurzen Eingewöhnung flink und intuitiv bedienen – woran auch gute Gesten schuld sind. Auch die Werkzeuge lassen sich mit den Fingern angenehm anfassen, verschieben und verändern. Auch die Performance ist gut, selbst auf dem langsamsten der unterstützten iPads, dem iPad Air 2, läuft es vernünftig. Sicher, die 1,3GB Speicherbedarf schmerzen schon etwas auf Apples Geräten, aber gerade auf den neueren iPads gibt es ja langsam vernünftige Speicheroptionen.

Heute hier, morgen dort

Affinity Photo
Die Optionen für Import/Export lassen keinen Wunsch offen.

Wenn man nicht lokal auf dem iPad speichern möchte, kann man seine Dateien direkt im iCloud-Drive ablegen und darüber teilen. Für den Export- und Import gibt es zahlreiche Varianten, die alle glücklich machen sollten.

Beim Importieren von Dateien gibt es keine Beschränkungen: Das wichtigste Feature ist für viele Nutzer wohl das Öffnen von Photoshop-Dateien im PSD-Format, was bei mir ohne Fehler ging. Man speichert seine Arbeit entweder im Affinity-Format, aber auch PSD, PDF, JPG, GIF und viele mehr sind möglich. Es lässt sich übrigens sogar das Rückgängig-Protokoll mit speichern, damit man auch später noch seine Schritte noch einmal ändern kann.

Mit Affinity Photo fürs iPad bekommt man derzeit die beste App, um unterwegs umfangreich und professionell an seinen Bildern oder Projekten zu arbeiten. Hat man die Desktop-Version für PC oder Mac, kann man nahtlos einfach dort weiterarbeiten – und umgekehrt. Die Feature-Liste ist umfangreich und lässt keine Wünsche offen – die mobile Version lässt nichts vermissen. Lediglich die Buttons hätten einen Tick größer sein können. In dieser Portierung steckt eine Menge Liebe zum Detailreichtum und viel Aufwand. Durch den niedrigen Preis und den Verzicht auf ein Abo-Modell ist Affinity Photo für mich die derzeit beste App für professionelle Bildbearbeitung im AppStore.

Affinity Photo
Affinity Photo
Entwickler: Serif Labs
Preis: 21,99 €

Über Tobi

Maximum Geekness. Alles fing mit dem Atari 2600 an, dann ein Atari 800XE mit Datasette, dann ein 486er mit 25Mhz und 80MB Festplatte. Und heute? Zocken! Am liebsten immer und überall. Und sonst? Alles mit Knöpfen, einem Display und bei dem man etwas einstellen kann ist interessant!