Seit dem Herbst 2014 gibt es Dungeon of the Endless bereits auf Steam und die dortige Spielerschaft hat dem Spiel mit fast 4.000 begeisterten Reviews ein mehr als gutes Zeugnis ausgestellt! Nun hat der französische Entwickler Amplitude Studios auch eine iOS Version für das iPad vorgelegt. Versprochen wird eine Mischung aus zufälligen Dungeons und TowerDefense-Gameplay - ihr könnt euch vorstellen, dass ich sehr gespannt war... Achsoooo, Dungeons! ruft ihr nun aus. Doch, Moment... Wer wieder einmal mittelalterlich anmutende Kerker vermutet, liegt komplett falsch: Dungeon of the Endless spielt im Weltall und hat eine ganze Raumschiffladung SciFi mit an Bord. Alles geht…

Dungeon of the Endless (iOS)

Spielspaß
Langzeitmotivation
Technische Umsetzung
Grafik

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Seit dem Herbst 2014 gibt es Dungeon of the Endless bereits auf Steam und die dortige Spielerschaft hat dem Spiel mit fast 4.000 begeisterten Reviews ein mehr als gutes Zeugnis ausgestellt! Nun hat der französische Entwickler Amplitude Studios auch eine iOS Version für das iPad vorgelegt. Versprochen wird eine Mischung aus zufälligen Dungeons und TowerDefense-Gameplay – ihr könnt euch vorstellen, dass ich sehr gespannt war…

Achsoooo, Dungeons! ruft ihr nun aus. Doch, Moment… Wer wieder einmal mittelalterlich anmutende Kerker vermutet, liegt komplett falsch: Dungeon of the Endless spielt im Weltall und hat eine ganze Raumschiffladung SciFi mit an Bord. Alles geht los, als ihr mit einer Rettungskapsel von einem explodierendem Gefangenen-Raumschiff flieht. Während man zu Beginn nur zwei aus sechs Charakteren wählen kann, schaltet man weitere 13 Charaktere im Laufe des Spiels frei. Also ab in die Freiheit… oder?

Atmosphärische Pixelkunst, nicht von dieser Welt

Als man mit der Rettungskapsel aufschlägt, muss zunächst die Umgebung untersucht werden. Da diese zufällig generiert wird, spielt sich jeder Versuch anders… Ein komplett deutsches Tutorial führt en détail ins Spiel ein, quält euch aber nicht allzu lange. Als einzige Energiequelle ist ein Kristall in der Kapsel, den man unter allen Umständen verteidigen muss. Doch erst einmal geht es hinaus ins Unbekannte…

Als sich die Türe öffnet, gelangen wir in den ersten Raum. Die zwei Helden werden mit einfachen Tap an den gewünschten Punkt befehligt. Angreifende Gegner mähen sie automatisch nieder, Schätze und Items sammeln sie ebenfalls allein. Hat man in einem Level den Ausgang gefunden, muss man aber noch einmal zurück, um den Energie-Kristall zu holen und ihn mitzunehmen. Im nächsten Level angekommen, verlieren die Helden zwar Gegenstände aus ihrem gemeinsamen Inventar – erworbene Fähigkeiten und Charakter-Level bleiben zum Glück. Allerdings nur, bis man gestorben ist und das Spiel wieder komplett von vorn anfangen muss. Das Spiel merkt sich leider die Charakter-Entwickler nicht.

Dungeon of the Endless iOS Review

Während des Spieles sollte man immer ein Auge auf die vier Ressourcen haben: Mit „Nahrung“ versorgt man seine Helden, verbessert sie, heilt sie nach Kämpfen und heuert damit auch weitere Helden an. Mit „Dust“ versorgt man Räume mit Energie, denn erst wenn ein Raum aktiviert wurde, kann man ihn auch plündern und mit „Türmen“ bestücken. Dann gibt es noch „Industrie“ und „Wissenschaft“, um Module sprich „Türme“ in Räumen zu bauen und neue zu erforschen…

Und wo ist nun der versprochene TowerDefense-Touch? Auf dem Weg zum Ausgang kommt man ja durch viele Räume, die man aktivieren kann. Einmal aktiviert, kann man dort einerseits nützliche Module zur Generation von Nahrung et cetera bauen – aber eben auch Verteidigungsanlagen. So bietet es sich an, in die letzten Räume vor der Rettungskapsel mit dem Kristall ein paar Verteidigungsmodule zu bauen, da immer mal wieder ein paar Gegnerwellen anrollen und ihr ja teilweise sonstwo unterwegs seid. Spätestens aber, wenn man auf dem Weg zum Ausgang mit dem Energie-Kristall läuft, zieht das viele Gegner an – die Final-Wave sozusagen. Dafür solltet ihr euch eine gute Strategie zurechtlegen.

Dungeon of the Endless iOS

Wenn man den Energie-Kristall hat, bricht ein Inferno los…

Interessant wird es nämlich, wenn man nach rund 400 Gegnern im ersten Raum langsam mitbekommt, dass die Scharen unendlich ankommen! Damn. Campen nützt also nichts, ihr müsst euch zum Ausgang durch die Horden hindurch schlagen. Das sollte man also bei der Raumplanung berücksichtigen und noch einmal umbauen, bevor man den Kristall nimmt… Nahrungsmodule abbauen (Ressourcen werden gutgeschrieben) und dann die Verteidigungsbots entlang dem Weg zum Ausgang platzieren. Könnte klappen. Könnte.

Die Kämpfe laufen alle in Echtzeit ab, dennoch gibt es die Möglichkeit das Spiel währenddessen zu pausieren und zum Beispiel einen Held zu heilen oder andere Befehle zu erteilen. Die Dungeons (oder besser Räume) sind recht abwechslungsreich, teilweise trifft man sogar auf Händler, bei denen man für Industrie-Punkte allerlei nützliche Waffen, Rüstung oder PowerUps kaufen kann. InAppKäufe gibt es keine. Unterwegs kann es aber auch sein, dass man einen neuen Helden trifft, der sich einem anschließt – genügend Nahrung zur Rekrutierung vorausgesetzt… Übrigens: Bis zu vier Spieler kann man gleichzeitig durch die Räume steuern.

Insgesamt gibt es in einem Spieldurchlauf 13 Level, doch wie sagt das Spiel so schön: „Der Tod ist ein guter Lehrmeister.“ Hier stirbt man recht häufig, kommt aber bei jedem Versuch ein Stück weiter. Allerdings sollte man die Titulierung der beiden Schwierigkeitsgrade „Sehr leicht“ und „Leicht“ eher nicht ernst nehmen, denn eigentlich müsste es „Schwer“ und „Sauschwer“ heißen. Das Spiel benötigt Zeit, schon für die ersten 4 Level habe ich eine Stunde gebraucht. Die verging aber wie im Flug, immer ein gutes Zeichen.

Wie ist die iOS Portierung gelungen?

Dungeon of the Endless Review

Interessante Spielidee, gute Portierung, toller Humor

Optisch gibt es nichts zu meckern, die Grafik wurde gut ans iPad angepasst und füllt den Touchscreen randlos mit Retina-Auflösung. Das Pixel-Artwork ist wirklich hervorragend und bietet liebevoll gepixelte Räume mit atmosphärischem Licht, kleinen Effekten und einprägsamen Charakteren, die gut animiert sind. Ein echtes Speichern gibt es nicht, aber man kann zumindest immer am letzten Punkt weitermachen.

Die Steuerung gelingt auch mit den Fingern problemlos, die Buttons sind auf dem iPad groß genug (und noch okay auf dem iPad mini), auch das Interface ist übersichtlich und logisch aufgebaut. Statt in einem Raum etwas piepselig und punktgenau zu bauen oder einen Held dort oben in der linken Ecke zu platzieren, geht alles einfacher – man muss nämlich nur auf den Raum selbst drücken und schon wird alles automatisch platziert. Perfekt für den Touchscreen. Dazu kommt ein sparsamer Speicherbedarf von nur rund 380MB, wobei das Spiel auch auf älteren iGeräten flüssig läuft. Passt!

Dungeon of the Endless ist eine interessante und einzigartige Kombination aus Dungeon-Crawler mit TowerDefense- und Rollenspiel-Elementen. Was komplex klingt, ist eigentlich recht logisch aufgebaut und nach ein paar Leveln entwickelt das Ganze sogar Suchtpotential. Die Räume vorsichtig erkunden, den Ausgang finden, die Charaktere entwickeln, einen Fluchtweg bauen und mit dem Energie-Kristall vorbei durch Gegnerhorden ins nächste Level. Dazu noch das atmosphärische Pixel-Artwork und der passende Sound. Ganz nebenbei ist das Spiel wunderbar deutsch lokalisiert und hat an so mancher Stelle herrlich schwarzen Humor zu bieten. Eine schöne Abwechslung zu den immergleichen TowerDefense und Dungeon-Spielen und eine Empfehlung für iPad-Besitzer – zumal man bei der guten Portierung im Gegensatz zur Steam-Version noch kräftig sparen kann. Nur sollte man (gerade zu Beginn) ein erhöhtes Maß an Zeit und Frustrations-Resistenz mitbringen.

[appbox appstore 893923668][appbox steam 249050]
+ liebevolles Pixel-Artwork
+ komplexes Gameplay
+ Rollenspiel-Elemente
+ großer Umfang
+ zufällige Level-Generation
+ gute Touch-Portierung
+ Echtzeit, aber Pause-Funktion
+ verschiedene Schwierigkeitsgrade
+ gutes Tutorial
+ netter Humor
+ tolle Soundkulisse / Musik
+ wenig Speicherbedarf
+ keine InAppKäufe
+ deutsch
+ GameCenter-Anbindung
– wenig bleibende Dinge bei Neustart