Ein iPad exklusives Musikabenteuer verspricht Ephemerid: A Musical Adventure von SuperChop, das sich an experimentierfreudige Spieler richtet, sich aber auch ideal für Kinder eignet. Ephemerid bedeutet im griechischen soviel wie “Für einen Tag” und bezeichnet auch die Tabellen zur Bestimmung der Gestirne. Und so findet man in diesem Spiel auch viele Insekten wieder – einmal als echte Tiere und häufig als deren Sternbild, außerdem ist das Spiel ebenso kurz wie ein Tag…

Mit einer Libelle ist man durch eine bunt gestaltete Landschaft unterwegs und spielt sich so durch die kleine rührende Geschichte, die komplett ohne Text auskommt. Auf den Inhalt der Story gehe ich an dieser Stelle nicht weiter ein, da man das Spiel in rund 40 Minuten durchgespielt hat – nur so viel: Es geht um Freundschaft und Hilfsbereitschaft. Ephemerid muss man aber mehr als Gesamtkunstwerk sehen: Es ist mehr Musik als Spiel, es ist mehr ein interaktives Album als eine stressige Highscorejagd. Das allerdings senkt auch den Wiederspielwert nach dem ersten kompletten Durchspielen.

Ephemerid ReviewMan findet zwar in den verschiedenen Songs oder Abschnitten immer wieder Stellen, wo man eingreifen kann, doch so richtige Konsequenzen hat die Interaktion (leider) nicht. Ob man nun die Sterne in der richtigen Reihenfolge ordnet oder nicht – das Spiel springt nach einer bestimmten Zeit weiter zum nächsten Abschnitt. Immerhin gibt es kleine Rätsel, Geschicklichkeitsspiele und rhythmische Einlagen a la Guitar Hero, in denen man im Rhythmus des Soundtracks Dinge touchen muss. Als kleine Belohnung bekommt man dann immerhin schöne Animationen und Effekte zu sehen.

Grafisch ist das Spiel schön aufbereitet und erinnert an eine Animation aus Papier-Collagen. Durch das komplette Gameplay zieht sich ein sehr neonlastiges Artwork mit viel Glitzer und Feuerwerk, dass für mich in Kombination mit der Musik sehr 80s-lastig wirkt. Sicher nicht jedermanns Sache. Verstärkt wird dies durch den passenden Soundtrack, der durchweg fröhlich ist, nicht mit Synthies und Soli spart und immer zwischen PowerMetal Riffs und Radiopop schwankt. In den Optionen kann man übrigens noch die Spielgeschwindigkeit einstellen, wodurch auch der Soundtrack schneller oder langsamer läuft – leider wird auch die Tonhöhe dadurch beeinflusst, was teilweise seltsam klingt.

Das experimentelle Ephemerid: A Music Adventure kann man vor allem Spielern empfehlen, die mehr auf Entdecken als auf Highscorejagd stehen. Das recht kurze Spiel ist nämlich mehr eine interaktive Animation mit kleineren Rätseln, in die man rhythmisch eingreifen darf. Optisch wie musikalisch ist die kleine esoterische Geschichte um die Libelle sehr 80s lastig geworden, auch das sollte man mögen. Unterm Strich eine interessante und sehr experimentelle App, für alle die etwas besonderes suchen und mögen – insgesamt nur sehr kurz und einfach. Gerade deshalb kann man es auch zum Spielen mit Kindern besonders empfehlen.

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+ schöne Optik
+ kleine Story
+ leichte Steuerung
+ niedliche Charaktere
+ rhythmische Spiele
+ kleine Rätsel
+ keine InAppKäufe
+ schöner Soundtrack
+ kein Text
+ Universal-App
– sehr kurze Spielzeit
– “Spiele” ohne echte Konsequenzen