Es ist immer wieder erfreulich, wenn Indie-Developer Premiumspiele vom PC auf die mobile Plattform bringen. Noch erfreulicher, wenn das Spielkonzept auf dem Smartphone sogar besser aufgeht als ursprünglich auf dem PC. Guild of Dungeoneering (vom Redakteur fortan schonungslos GoD genannt) von Gambrinous ist Dungeon Crawler, Karten- und Strategiespiel in einem. Eine Mischung, die zwar nicht ohne Makel ist, dafür aber frischen Wind in eine Reihe bekannter Genres bringt. Zu keiner Zeit navigieren wir selber durch die zahlreichen Dungeons, sondern erstellen diese rundenbasiert durch das Ziehen & Ablegen von Karten. Klingt passiv? Keinesfalls! Dazu doch später mehr... Dann mach ich eben meine eigene…

Guild of Dungeoneering

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Es ist immer wieder erfreulich, wenn Indie-Developer Premiumspiele vom PC auf die mobile Plattform bringen. Noch erfreulicher, wenn das Spielkonzept auf dem Smartphone sogar besser aufgeht als ursprünglich auf dem PC. Guild of Dungeoneering (vom Redakteur fortan schonungslos GoD genannt) von Gambrinous ist Dungeon Crawler, Karten- und Strategiespiel in einem. Eine Mischung, die zwar nicht ohne Makel ist, dafür aber frischen Wind in eine Reihe bekannter Genres bringt. Zu keiner Zeit navigieren wir selber durch die zahlreichen Dungeons, sondern erstellen diese rundenbasiert durch das Ziehen & Ablegen von Karten. Klingt passiv? Keinesfalls! Dazu doch später mehr…

Dann mach ich eben meine eigene Gilde auf!

Die Ausgangslage in GoD schnell erklärt: Nachdem wir von einer Gilde als Dungeoneer abgelehnt worden sind, entschließen wir eine eigene Gilde zu bilden. Statt dabei die eigene Haut zu riskieren, treffen wir die weise Entscheidung nur aus dem Taktik-Sessel heraus zuzusehen, während sich andere Menschen in den Dungeons für unsere Ziele opfern. Eine der verschiedenen Spielmechaniken ist der Aufbau der eigenen Gildenbasis: Mit Gold aus Quests können wir neue Räume an unsere Basis anschließen und so neue Dungeoneer-Klassen, Items oder andere Dinge freischalten.

Guild of Dungeoneering iOSEine vorgeschriebene Reihenfolge gibt es dabei nicht. Es bleibt uns zu jedem Zeitpunkt überlassen, welche Prioritäten wir selber setzen und was wir als nächsten bauen möchten – vorausgesetzt die Ausflüge in die Dungeons werfen das benötigte Kleingeld ab. Auf das ganze Spiel gesehen ist der Basisbau zwar wichtig zur Weiterentwicklung der Ressourcen, nimmt letztendlich jedoch den geringsten Teil des Gameplays ein. Den Großteil der Zeit befinden wir uns in den Dungeons und töten Monster um verschiedene Questziele zu erfüllen.

Wie bereits zuvor erwähnt ist es unsere Aufgabe den Dungeon rundenbasiert auszubauen. Unsere Dungeoneers treffen eigene Entscheidungen, in welche Richtung sie gehen und welche Gegner sie angreifen. Das ganze Konzept wirkt zu Beginn etwas willkürlich, mit der Zeit aber eröffnen sich die taktischen Möglichkeiten Einfluss auf die Entscheidungsfindung unserer freiwilligen Opfer zu nehmen.

Mit jedem Zug bekommen wir zufällig fünf neue Karten, die entweder einen Raum, einen Schatz oder einen Gegner darstellen. Um unseren Helden in eine exakte Richtung zu leiten, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder man lässt ihm keine Alternativen oder lockt ihn mit Schätzen in die gewünschte Richtung. Zwar trifft der Protagonist immer wieder mal etwas eigensinnige Entscheidungen, die unseren Plan etwas über den Haufen werfen, insgesamt ist das jedoch nicht unser größtes Problem.

Zufall und Permadeath regieren die Unterwelt

Ein Umstand, der jede Quest anders und uns immer wieder einen Strich durch die Rechnung macht. Die Quests setzen nämlich oft unter Zeitdruck, so dass ein Ziel in einer fixen Anzahl Zügen erledigt werden muss. Ab und zu kommt es vor, dass bestimmte Quests unmöglich zu bestehen sind, weil die falschen Karten gezogen werden. So selten dies auch vorkommt, ärgerlich ist es dennoch, da es komplett außerhalb unseres Einflussbereiches liegen. Unabhängig von Quests und Kartenglück ist der Ablauf unserer Dungeon Abenteuer relativ ähnlich – alle Quests sind in sich geschlossen. Das bedeutet, dass der für die Quest ausgewählte Dungeoneer zu Beginn jeder Quests ziemlich über die gleichen Eigenschaften verfügt. Wenn es also darum geht, im Verlauf der Quest einen starken (Boss-) Gegner zu erledigen, so müssen wir jedes Mal zuerst unseren Dungeoneer aufleveln. Dies gibt zusätzlich Leben für die Kämpfe und – viel wichtiger – Items mit denen wir neue Karten für unser Kampfdeck sammeln. Die ersten Züge jeder Quest sollten sich also mit dem Aufleveln und Bilden des eigenen Kartendecks beschäftigen, so dass wir im weiteren Verlauf (wortwörtlich) die besseren Karten haben. Und die brauchen wir auch.

Guild of Dungeoneering iOS

Die Kämpfe sind rundenbasiert

Sobald wir in GoD an einen Gegner geraten, geht es in den Kampfmodus. Auch hier werden pro Runde zufällig Karten gezogen, mit denen wir Gegner attackieren können. Dabei können wir physischen und magischen Schaden in verschiedensten Kombinationen erzielen und/oder abwehren. Zusätzlich gibt es Karten, die unser Leben auffüllen, neue Karten ziehen oder die Zugreihenfolge ändern. Die Möglichkeiten sind begrenzt, aber gleichzeitig tief genug, um wirklich spaßige Kämpfe zu kreieren. Besonders nachdem man einige Monster besiegt und ein umfangreiches Kartendeck zusammengesammelt hat. Auch in den Kämpfen leidet das Spiel gelegentlich unter der Abstinenz von Kartenglück. Dies ist jedoch ein Problem, dass durch ein gutes Kartendeck und dem Wissen um die Stärken und Schwächen des betroffenen Dungeoneers oftmals unerheblich wird.

Guild of Dungeoneering iOSWir haben die Auswahl zwischen sieben Dungeoneer-Typn, die allesamt ein anderes Basiskartenset aufweisen und somit für verschiedene Quests und Gegner verschieden geeignet sind. Für etwas Personalierung kann man ihnen eigene Namen geben… So gibt es beispielsweise den Bruiser, der den Fokus auf physischen Attacken und gute Defensive legt. Wird in einem Zug ein kompletter gegnerischer Angriff abgewehrt, so verteilt dieser sogar extra Schaden. Ein anderer Dungeoneer ist der Apprentice, der primär magischen Schaden austeilt und auf das Heilen spezialisiert ist. Sobald ein Dungeoneer eine Quest besteht, bekommt dieser auch eine Kampfnarbe, die permanent Fähigkeiten hinzufügen oder entfernen kann. Sollte einer der Helden jedoch in einer Quest sterben, so ist dies permanent und es dauert eine Weile bis wir einen neuen Dungeoneer dieser Charakterklasse angeworben haben. So schmerzhaft so ein Verlust sein kann, auf der anderen Seite zwingt uns das Spiel so jedoch mit anderen Charakterklassen zu experimentieren.

Insgesamt macht Guild of Dungeoneering auf iPhone und iPad eine außergewöhnlich gute Figur. Während das Spiel auf dem PC eventuell etwas zu flach, kurzweilig und unintuitiv in der Bedienung erschien, so passen die Puzzlestücke auf mobilen Plattformen genau ins Konzept. GoD bietet sich wunderbar für kurze wie lange Spielsessions an, hat eine gute Balance aus verschiedenen Genres und macht – trotz seiner kleinen Makel – einen Heidenspaß. Wenn möglich, sollte man die App auf dem Tablet genießen, da einige Elemente der UI den Sprung auf kleine Smartphone-Bildschirme nicht ganz so gut hinbekommen haben. Wer darüber sowie über die gelegentliche Willkürlichkeit hinwegsehen kann, wird mit GoD über viele Stunden exzellent unterhalten.

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