Dualstick-Shooter gibt es schon lange und auch im AppStore könnte man schon eine eigene Rubrik aufmachen. Bereits im letzten Jahr erschien Starborn Anarkist von ZeMind Game Studio, dass nun eine Frischekur dank umfangreichem Update bekommen hat. Die Besondheit des Spiels: Man darf sich sein Raumschiff selbst zusammenbauen… Schraubenschlüssel in die Hand und auf geht’s!

Man startet mit dem Basic Ship in die endlosen Weiten des Weltraums. Nur mit wenigen Waffen ausgestattet und ziemlich klein, lassen sich damit trotzdem die ersten Gegner abschießen. Einmal erledigt, hinterlassen sie meist Waffen, Schilde oder Triebwerke – einmal eingesammelt, werden sie unterwegs sofort eingebaut und können verwendet werden.

Toll sind die riesigen Endgegner, die oft vielfach größer sind und viele Waffen haben. Hier benötigt man eine gute Taktik. Für einen schnellen Gegenschlag sollte man vor allem auf den Hauptgenerator zielen und das recht zügig, denn die großen Schiffe haben starke Waffen, die das eigene Schiff recht schnell in tausend Stücke zerballern.

Starborn Anarkist BossDie gelben Überbleibsel der Gegner erfüllen zwei Funktionen: Ist das Schiff beschädigt, wird es damit erst einmal repariert. Nur wenn das Schiff intakt ist, bekommt man sie als Spielwährung gutgeschrieben. Die benötigt man zum Einkaufen in der Garage, InAppKäufe muss man zum Spielen aber nicht tätigen. (Trotzdem gibt es für echtes Geld einen superleichten Kinder-/Cheatmodus und Spielgeld)

Zerbirst das Schiff final, kann man die Garage besuchen und sich dort das sein Raumschiff nach den eigenen Vorlieben zusammenschrauben und optimieren. Als Grundlage dienen hier verschiedene Grundbaupläne, die aber nur den groben Umfang vorgeben – darin kann man dann selbst feldweise seinen Fluggleiter zusammenbauen und bestücken.

Motivation fürs (wiederholte) Spielen sind die kleinen Missionen wie “Erledige 150 Feinde mit dem Mosquito”, mit denen man bessere Baupläne und Bauteile freispielt und so immer stärker wird. Kennt man, funktioniert aber auch hier. Starborn Anarkist ist fordernd und macht dem geneigten Spieler besonders den Einstieg schwer. Hat man erst einmal die erste Spielstunde hinter sich und dabei viele Bauteile gesammelt, kommt man immer mehr in den Spielfluss. Und es macht erst dann so richtig Laune. Die Durststrecke ist aber trotzdem etwas ärgerlich…

Grafisch ist es eher nüchtern und wirkt für die heutige Zeit etwas altbacken – gegen Dualstickshooter wie das grandiose Beat Hazard Ultra stinkt es in dieser Disziplin ab. Die Soundeffekte sind dagegen echt gut, auch der smoothe Elektro-Soundtrack passt gut. Die Raumschiff reagieren mit der virtuellen Steuerung physikalisch korrekt auf Bauform und Bauteile. Mit einem kleinen Flieger ist man schnell und wenig, kann aber nur wenige Waffen verbauen. Starre Waffen sollte man in Flugrichtung verbauen, auch mit der Positionierung der Triebwerke sollte man für optimale Wendigkeit experimentieren.

Mit der Idee sein Raumschiff selbst zu konzipieren, hat mich Starborn Anarkist gelockt und unterm Strich hat genau das mich auch motiviert weiterzuspielen. Die Gefechte im Weltraum sind spannend und vor allem die riesigen Endgegner sind auch eine taktische Herausforderung. Wer gern bastelt und Verständnis für physikalische Funktionsweisen hat, wird mit Freude seine Raumschiffe konstruieren. Die erste Spielzeit muss man durchhalten, dann wird man mit einem fordernden Dualstick-Shooter mit spielenswerter Idee belohnt.

[appbox appstore 687779885]
+ eigene Raumschiffe bauen
+ zufällige Spielwelten
+ solide Dualstick-Steuerung
+ viele Einheiten
+ große Endgegner
+ verschiedene Schwierigkeitsgrade über Optionen
+ entspannter Soundtrack
+ InAppKäufe nicht nötig
+ GameCenter-Anbindung
+ Universal-App
– englisch
– keine iCloud Savegames
– zäher Spielstart
– Grafik mittlerweile altbacken