Frage: Neigen Menschen in besonderen Maße zur Symmetrie? Wenn wir uns die Architektur der letzten Jahrhunderte anschauen, fällt auf, dass Menschen dazu neigen ihre Gebäude im Ebenmaß zu entwerfen. Viele Städte werden heutzutage symmetrisch ausgerichtet. Auch in der Innenarchitektur neigen Menschen gern zur Symmetrie, beispielsweise in Schulen oder in Räumen wo mehrere Menschen arbeiten (beispielsweise Büros). Und schlussendlich sind auch wir Menschen symmetrisch. Symmetrie gibt vielen Menschen das Gefühl von Ordnung. Dass alles an seinen Platz gehört. Asymmetrische Darstellungen geben häufig ein eher mulmiges Gefühl.

Sowas in der Art haben sich sicherlich auch die Programmierer von der deutschen Indieschmiede Black Pants gedacht. Eine noch junge Firma aus Kassel, die vor einiger Zeit mit dem PC-Spiel “Tiny & Big” auf sich aufmerksam machten – auch im Mobile-Bereich gab es bereits mit “About Love, Hate & the other ones” einen Achtungserfolg.

Das Spielprinzip von Symmetrain ist so einfach wie genial. In der Mitte des Bildschirms seht ihr einen fahrenden Zug. Schnurstracks in Richtung Norden bahnt sich dieser Zug seinen Weg durch Wälder, Felder, Canyons, Städte und andere Szenarien, um Symmetrainpünktlich den nächsten Bahnhof anzufahren. Das Wetter ist schön und alles könnte so einfach sein. So beruhigend. Wäre da nicht die asymmetrische Welt. Auf der rechten Seite fehlt ein friedlicher Teich, der auf der linken Seite den Enten und Schwänen ein Zuhause gibt. Das kann nicht so bleiben! Da muss jetzt auch ein Teich hin. Ah, hier fehlt noch ein Stein und dort ein Haus.

Wenn man genau hinschaut, ist die Spielwelt von Symmetrain alles andere als symmetrisch und die Aufgabe des Spielers besteht darin dies zu korrigieren, sodass alles wieder in harmonischer Symmetrie erstrahlt. Doch man kann sich in dieser Mischung aus Endless Runner und Spot the Difference nicht ewig Zeit lassen. Der Zug wird immer schneller und mit jedem Objekt, welches der Spieler verpasst oder falsch antippt, wird ein Leben abgezogen. Nach zehn Leben heißt es dann Game Over. Schafft man es dagegen ohne Fehler bis zur nächsten Station, bekommt man nicht nur ein Leben gutgeschrieben, sondern auch die Chance die Punkte zu vervielfachen.

Ein wirklich tolles Spielkonzept, welches so einfach ist, dass noch niemand drauf gekommen ist – zumindest mir ist kein ähnliches Spiel bekannt. Zu dem schönen Konzept kommt die liebevoll handgezeichnete Grafik. Sie versprüht den Charme des frühen 20. Jahrhunderts, als Lokomotiven und Züge noch die Hauptbeförderungsmittel waren. Die Hintergrundmusik ist schön komponiert und hält sich mit seinen entspannenden Melodien angenehm im Hintergrund, sodass man sich auf das Spiel konzentrieren kann. Denn mit zunehmender Spielzeit wird das Spiel immer kniffliger.

Insgesamt sieben Schwierigkeitsstufen mit unterschiedlichen Szenarien gibt es. Um diese freizuspielen, muss eine bestimmte Gesamtzahl an Punkten erreicht werden. Weitere Strecken sollen per Update nachgereicht werden. Auf Werbung und In-App-Käufe wurde dagegen verzichtet, sehr löblich! Zwar ist das Spiel auf englisch, durch das kinderleichte Spielprinzip gibt es keine Sprachbarrieren.

Ein Spiel, welches wie gemacht für iPhone und iPad ist. Ich mag die frische Spielidee und die liebevolle Aufmachung des Titels. Auf die Idee zwei populäre Genres des App Stores, nämlich Endless Runner und Spot the Difference, miteinander zu kombinieren, muss man erst mal kommen. Die Atmosphäre durch grafische Gestaltung und Musik formt das kleine Spielchen zu einem schönen Kleinod für zwischendurch. Und das ganz ohne In-App-Käufe und nervige Werbung!

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+ handgezeichnete Grafik
+ frische Spielidee
+ schöner Soundtrack
+ leichte Bedienung
+ Hilfe durch die KI
+ keine In-App-Käufe
+ GameCenter Anbindung
+ Universal-App

– englisch
– auf Dauer wenig Abwechslung