Yuri wacht mitten in der Nacht auf. Oder etwa doch nicht? Die Szenerie scheint nämlich sehr traumhaft, die der junge Herr im Astronauten-Anzug auf seinem Bett durchfährt - was nach einem weiteren Indiz für eine Traumreise klingt. Die Entwickler von Fingerlab laden hiermit jedenfalls zu einem recht außergewöhnlichen Plattformer ein, der zwar ohne viele Farben, dafür aber mit vielen Facetten daherkommt. Gewöhnliche Spielmechanik ... Doch unter der Haube gibt es für versierte Spieler keine großen Überraschungen, denn Yuri ist ein gewöhnlicher Plattformer - ohne dies negativ zu meinen. Ungewöhnlich ist hier höchstens das fahrbare Bett, auf dem man sich bewegt. Doch die…

Yuri

Gesamtwertung

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Yuri wacht mitten in der Nacht auf. Oder etwa doch nicht? Die Szenerie scheint nämlich sehr traumhaft, die der junge Herr im Astronauten-Anzug auf seinem Bett durchfährt – was nach einem weiteren Indiz für eine Traumreise klingt. Die Entwickler von Fingerlab laden hiermit jedenfalls zu einem recht außergewöhnlichen Plattformer ein, der zwar ohne viele Farben, dafür aber mit vielen Facetten daherkommt.

Gewöhnliche Spielmechanik …

Doch unter der Haube gibt es für versierte Spieler keine großen Überraschungen, denn Yuri ist ein gewöhnlicher Plattformer – ohne dies negativ zu meinen. Ungewöhnlich ist hier höchstens das fahrbare Bett, auf dem man sich bewegt. Doch die Steuerung mit den drei Tasten für links, rechts sowie springen funktioniert zum Glück sehr präzise.

So fährt Yuri durch insgesamt zehn Level, die allerdings recht lang sind. Pro Abschnitt kann man rund 10 Minuten einplanen. Der Entwickler verspricht zwar mehr Level per Update, aber die Erfahrung hat gezeigt, dass man sich darauf lieber nicht verlassen sollte. Unterwegs kann man Glühwürmchen sammeln.

Im Prinzip gibt es zwei Kritikpunkte an dem Plattformer: Zum einen wäre das der leichte Schwierigkeitsgrad, denn stürzt man in einen Abgrund oder wird von Steinen zermalmt, startet man zwei Sekunden später wieder weniger Meter vorher und kann die Stelle erneut angehen. Dabei verliert man aber keine Energie oder Glühwürmchen – es bleibt also ohne Konsequenzen.

Der Junge ist übrigens Pazifist und setzt  seinen Feinden nichts entgegen, Ausweichen ist hier das Motto. Die Glühwürmchen sind übrigens eher Beiwerk, da sie keine Funktion haben. Ob man sie nun sammelt oder nicht ist eigentlich egal. Schade, hier hätte man noch mehr daraus machen können.

… in schicker Spielwelt

Das Highlight von Yuri ist das handgemachte Artwork, welches an ein illustriertes Kinderbuch erinnert.

Yuri ReviewAber auch das Setting: Man scheint nur wenige Zentimeter groß zu sein und rollt durch eine riesige Umgebung voller mannshoher Insekten, Vögel und Pflanzen. Man hangelt sich an riesigen Pusteblumen und Gräsern entlang (das Bett bleibt wohlgemerkt an den Füßen) oder fährt in Nuss-Schalen auf einem Fluss entlang.

Eingebettet in herrliche Natur, die teils schemenhaft schwarz, teils in grau-blau zu einem atmosphärischen Ganzen verwoben wird. Yuri sieht definitiv gut aus.

Der zweite Kritikpunkt ist das Fehlen von wirklichen Neuerungen auf Yuris Reise. Auch wenn sich die Landschaft immer wieder ändert, kommen im Prinzip keine neuen Elemente oder Fähigkeiten hinzu. Für mich geht das in Ordnung, doch so mancher Zocker könnte hier das Gähnen bekommen.

Yuri ist ein bezaubernder Plattformer in ungewöhnlicher Kulisse. Der Widerspruch des kleinen Spieles besteht aus dem leichten Gameplay, das wenig wechselt und der wundervollen Spielwelt mit seiner tollen Atmosphäre. Unterm Strich kann man hier ohne InAppKäufe (mit AppleTV-Unterstützung) zum kleinen Preis sich eine ganze Weile gut unterhalten lassen. Yuri ist mehr entspannte Reise für Genuss-Zocker als eine Herausforderung. Das Spiel wird mehr durch die Atmosphäre als durch die Spielmechanik getragen.

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