Nerds aufgepasst! Das Augmented Reality Spiel Ingress von Google gibt es schon längere Zeit für die hauseigene Android Plattform, wo es erstaunlich viele Anhänger gefunden hat. Ab sofort dürfen auch iOS Nutzer am Spiel teilnehmen, dass man am ehesten als eine Variante des Geocaching bezeichnen könnte – denn hier muss man mit dem iGerät raus in die echte Welt. Und man wird wahrscheinlich andere Spieler kennenlernen. Sozusagen zurück ins Real Life durch Apps.

Bei dem Spiel geht es um einen fiktiven Konflikt zwischen zwei Fraktionen, die sich um ein außerirdisches Material namens “Exotic Matter” streiten – wer die Macht darüber hat, hat auch die Macht über die gesamte Menschheit! Ziel des Spiel ist es die Kontrolle über möglichst viele Portale zu erlangen, die sich meist an besonderen Orten befinden. Geocaching lässt grüßen.

Wie funktioniert Ingress?

Ingress iOS PortalStartet man das Spiel, sieht man mit einer Art Scanner die nähere Umgebung, zoomen lässt sich nur in einem sehr begrenzten Radius. Man kann also nur direkt vor Ort spielen und nicht schon von der Ferne schauen. Befindet sich ein Portal in der Nähe (der Ort wo die exotische Materie eintritt), muss man hingehen und kann dort interagieren – man kann es für seine Fraktion hacken und einnehmen, ausbauen, verlinken oder angreifen. 

Um ein bestehendes Portal einzunehmen, muss man sogenannte Resonatoren in der Nähe aus seinem virtuellen Inventar aufstellen. Oder aufladen, denn jeder Resonator verliert pro Tag 15% seiner Ladung. Dazu gibt es noch viele Modifikationen und weitere Regeln. Ihr merkt schon, ein recht komplexes Spiel. Mehr Infos dazu findet ihr hier im Ingress Wiki oder bei Wikipedia

Man steigt mit jeder abgeschlossenen Aktion im Level. Sobald man ein höheres Level erreicht hat, ist es aber im Prinzip nicht mehr sinnvoll allein zu kämpfen. Bevor ihr euch also in die Schlacht stürzt und Zeit aufwendet, solltet ihr vielleicht gleich mit ein paar Freunden losziehen – macht ja auch mehr Spaß so unterwegs zu sein!

Ein Spiel von Google. Und meine Daten?

Wie bei einem Google-Spiel nicht anders zu erwarten, muss man sich beim Start mit seinem Google-Konto anmelden und sich dann endgültig für eine Partei entscheiden. Zum Spielen benötigt man natürlich auch eine permanente Internetverbindung und muss einen Ortszugriff erlauben… Was Google davon hat? Hmm, das lässt sich derzeit nicht sagen, denn außer positivem Ansehen steht (noch) nichts weiter dahinter. Es gibt keine Werbung oder sonstige nervende Faktoren. Man munkelt, dass irgendwann einmal lokale Werbung angezeigt, vorteilbringende Spielitems erhältlich sind oder virtuelle Portale an kommerziellen Stellen wie in Läden errichtet werden sollen. Doch bisher kann man Ingress unbehelligt frönen – von der Übermittlung einiger Daten an den Datenriese mal abgesehen.

Übrigens gibt es schon eine Menge Hacker, die sich die Daten aus der App greifen und sich selbst für Vorteile im Spiel zu Nutze machen – Google sieht das selbstredend nicht gern. Ein interessantes Video zu der Thematik findet ihr hier. Außerdem interessant: Wie die Spieler ist auch das Spiel ständig in Bewegung und noch lange nicht fertig. Wo die Reise hingehen soll, ist noch nicht klar.

Die kostenlose Universal-App ist anders als im AppStore vermerkt (derzeit) noch nicht deutsch lokalisiert und stellt somit für absolute Neulinge schon eine gewisse Herausforderung dar. Von der Grafik her kann man mit dem “Spiel” keinen Blumentopf gewinnen, auch das Interface ist eher naja und die Bedienung ist derzeit etwas laggy und hakelig – hier hätte ich mehr erwartet bei einem Spiel von Google! Android-Nutzer klagen über hohen Daten- und Akkuverbrauch, doch das wird erst ein weiterer Test zeigen… Der Download lässt sich mit 44MB auch über das mobile Netz erledigen, wobei die App natürlich am besten auf einem iPhone ihren Platz finden sollte. Ich werde es auf jeden Fall ausprobieren und bin schon sehr gespannt…

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